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Zwischen Umzugskartons, Entscheidungen und Interior Design Boards: Stuttgart Reloaded

Seit ich beschlossen habe umzuziehen, rumort es in mir. Das ist gut, weil es meine Entscheidung nur bestätigt: Zeit, für was Neues. Zeit für einen Neustart. Mit Stuttgart und überhaupt. Mehr als ein Jahr wohne ich jetzt hier, ohne hier wirklich zu Hause zu sein. Das liegt nicht an der Stadt, nicht an meiner Wohnung, nicht an den Leuten. Das liegt an mir. Weil ich ein Kofferkind bin, weil ich Laufen besser finde als Stehen und weil mein Herz an diesen Menschen hängt, die meinen Weg bisher gekreuzt haben. Wir haben uns lang nicht gesehen, aber du wohnst am anderen Ende des Landes? Kein Problem, ich fahre hin. Fast jedes Wochenende bin ich im Flieger unterwegs, die freien Wochenenden reise ich dorthin, wo es gerade Sinn macht. Zuhause kann warten.

Stuttgart reloaded Interior

Bilder via pinterest.com/mathildehaase und 79ideas.org.

Das ist gut so, das bin ich, nur so bin ich glücklich. Aber es gibt zwei Sachen, die mich daran so richtig nerven, und das ist mir in den letzten Wochen (reichlich spät, könnte man meinen) Knall auf Fall bewusst geworden: Erstens, dass ich nach wie vor nicht in Stuttgart angekommen bin. Ich fühle mich hier wohl – aber nicht zu Hause. Ich war seit ich hier wohne knappe drei Mal feiern und kenne einen Großteil der Clubs nur vom Hörensagen, was meinen üblichen Feiergewohnheiten extrem gegen den Strich geht. Wenn ich Besuch habe muss ich eine Viertelstunde lang überlegen, wo man denn so zum Essen hingehen könnte. Die zahlreichen Cafés in meinem Viertel habe ich kaum von innen gesehen. Nach mehr als einem Jahr! Und zweitens: Ich leiste mir eine reichlich teure Wohnung – und wohne maximal die Hälfte des Monats in ihr. Geld, das ich so viel besser in noch mehr, noch schönere Reisen stecken könnte, oder in alles andere was das Leben schön macht. Das hat mich irgendwann richtig geärgert, erst unterbewusst, dann immer konkreter.

Und wie es so ist: Wenn man sich ärgert, dann muss man etwas ändern. Nach etwas Zappeln und Zucken habe ich also ein neues Flamingo-Nest in einem anderen, ebenso schönen Teil der Stadt gefunden, das mich knapp die Hälfte kostet. Und setze nun alles daran, dass dieses den Namen Nest auch verdient. Sitze jetzt also zwischen Umzugskartons, Wandfarbe und Pinterest Boards und denke nach. Was muss mit, was kann weg?

Interior Stuttgart Reloaded

Bilder via pinterest.com/CVBrides und ahouseinthehills.com.

Weg kann der olle Tisch, den ich nur aus Nostalgiegründen bis hierher geschleppt habe. Die selbstgebauten Balkonmöbel, die so langsam aber sicher ausgedient haben. Die Giraffe von meinem ersten Südafrika-Trip, die nach zahlreichen Parties nur noch auf drei Beinen balanciert und infolgedessen mittlerweile auch ohne Ohren auskommen muss. Alles, was okay aussieht, aber nicht entweder eine wichtige Funktion hat oder mir nach wie vor so richtig gut gefällt.

Mit muss die Küchenbank, aus Nostalgiegründen und weil sie einfach nur geil ist. Der Zehn-Euro-Flohmarkt-Sessel, nach wie vor der bequemste seiner Art. Und alles, was ins Farbkonzept passt. HA! Farbkonzept! Merkt ihr, wie der Süden einen Spießer aus mir macht?! Außerdem denke ich gerade darüber nach mir eine neue Weltkarte zu kaufen – die riesige, die aktuell noch hängt, könnte dann doch etwas zu groß sein für das neue Zimmer… Mein Favorit wäre gerade diese hier.

Auf Pinterest toben sich der kleine Seiten-aus-Zeitschriften-Ausreißer und die süße Collagen-zur-Inspiration-Kleberin in mir ja sowieso immer gerne aus, aber jetzt ist noch ein Board dazu gekommen. Es heißt Stuttgart Reloaded. Was meinst du, Stuttgart, probieren wir es noch mal miteinander? Ich bleib diesmal auch über Nacht, versprochen. Und vielleicht auch mal ein ganzes Wochenende.


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