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Zurück in die Zukunft – Moving back home!

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Früher hatte Zurück nach Hause ziehen für mich etwas mit Scheitern zu tun. Wieder zurück in die Heimat, zurück an die Wurzeln, zurück ins Elternhaus sogar, das schien mir wenig erstrebenswert, das klang nach Aufgeben, nach Rückzug. Meine Heimatstadt war optimal zum Aufwachsen, zum Erwachsenwerden ging ich nach Mainz, danach wollte ich unbedingt immer weit weg. Weiter als nach Stuttgart ging es zwar nicht, und mit weniger als 200 Kilometern Entfernung ist das unter „richtig weit weg“ nicht zu verbuchen (aber immerhin eine komplett andere Welt – das Schwabenland und Rheinhessen sind wie Tag und Nacht), dennoch: Durch meine Reisen war ich so viel unterwegs, dass ich trotz regelmäßigen Stippvisiten „zu Hause“ ziemlich heimatlos war. Ich schlief selten mehr als drei Nächte am Stück im selben Bett, ich zählte monatlich höchstens zwölf, meist eher acht Tage in der Wohnung, für die ich Miete zahlte. Was völlig in Ordnung war.

Außer, dass ich glaube, dass man einen Hafen braucht. Home is where my suitcase is, das gilt auch heute noch, vielleicht mehr denn je – ich brauche nicht unbedingt ein ZuHAUSe, um eine Heimat zu haben. Aber ich brauche auch kein Zuhause, das keine Heimat ist. Und ein solches war Stuttgart in den letzten zwei Jahren für mich. Ich habe mich hier wohlgefühlt und komme nach wie vor immer gerne zurück in den Kessel. Aber ich habe entschieden: Hier werde ich nicht alt. Hier werde ich nicht glücklich. Home is where your heart is, heißt es, und meins schlägt im Rhein-Main-Gebiet. Dort, wo ich ohnehin mindestens zweimal im Monat zum Fliegen sein muss, dort, wo ein Großteil meines Freundeskreises mehr oder weniger heimisch ist, dort, wo sich mein Sozialleben abspielt.

Deshalb heißt es für mich jetzt Zurück in die Zukunft, Neustart im Bekannten, ein neuer Anfang in der Heimat. Ich ziehe wieder nach Darmstadt, und ich ziehe sogar zurück in mein Elternhaus. Das hat für mich heute nichts mehr mit Scheitern zu tun, sondern mit Vernunft – ein Haus, ein Mensch, eine Stadt die ich liebe, die Nähe zum Flughafen, und naja, ein paar Monate Miete sparen hat auch noch niemandem geschadet. Die Vorstellung, mein Sozialleben wieder in einem Umkreis von 40 Kilometern zu wissen, treibt mir jetzt schon einen Vorfreudeschauder nach dem anderen über den ganzen Körper. Ich brauche kein Schneckenhaus in das ich mich zurückziehen, aber ich brauche einen Hafen an dem ich immer wieder andocken kann. Manchmal auch für länger als drei Nächte am Stück.

Ihr merkt: Trotz anfänglichem Zögern freue ich mich mittlerweile, wieder zu Hause einzuziehen. Die Umstände könnten besser kaum sein – meine Mutter ist eine der coolsten Mütter die ich kenne, mein Elternhaus weit weg von Rückschritt und der Kamin im Wohnzimmer ein Luxus, über den sich diesen Winter keine andere mir bekannte 26jährige freuen kann. Dennoch wird es sicher gewöhnungsbedürftig, und ich bin schon gespannt was das alles mit mir macht. Was für Probleme, Konflikte, Schwierigkeiten es geben wird. Vielleicht ist es gut zu ahnen und zu wissen, dass das keinen Dauerzustand darstellt sondern die perfekte Lösung auf dem Weg dahin, eine Heimat zu finden. Und weil ich so gespannt bin habe ich beschlossen, euch mit auf diesen Weg zu nehmen. Einmal die Woche wird es hier jetzt heißen: Moving back home – ich werde berichten, vom Umzug, von meinen neuen vier Wänden und vom Ankommen. Vielleicht auch von den Konflikten, auf jeden Fall aber vom Gefühl.

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