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Weekend Getaway: Seeluft tanken in Konstanz

Weekend Getaway – das klingt nach Städtetrip in eine europäische Metropole, das klingt nach durchgeplanten Tagen oder zumindest aufregenden Neuentdeckungen. Nach Stadtplänen und Design Hotel. Nach Sightseeing oder Shoppingtouren. Statt nach Mailand oder Barcelona hat es mich dieses Wochenende ins beschauliche Konstanz gezogen, und ich habe so viel Energie und Kraft getankt wie es in diesem Moment an keinem anderen Ort der Welt möglich gewesen wäre.

Konstanz ist für mich mittlerweile wie eine alte Bekannte, mit der man unzählige gute Abende verbracht hat – die trotzdem auf der Anruferliste ganz weit unten steht, weil sie nun mal nicht unverzichtbar ist, aber bei der man sich nach jedem Treffen fragt, warum eigentlich. Denn Konstanz ist unkompliziert, sehenswert, gemütlich. Und es liegt nun mal am Bodensee, und was Wasser mit einer Stadt (und mit mir in dieser Stadt) macht, wissen wir alle. Aber an diesem Wochenende ging es nicht um die Stadt, nicht um die Seelage oder den Erholungsfaktor. An diesem Wochenende ging es einzig und allein um die Menschen, mit denen ich aufs Wasser schaute.

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Weekend Getaway in Konstanz: Sonnenbrand und Fahrradtouren mit alten Freunden

Es gibt wohl keinen besseren Grund zu verreisen, als um Freunde zu sehen oder mit ihnen Zeit zu verbringen. Meine Zweitfamilie aus Unitagen hat sich mittlerweile über ganz Deutschland verstreut und man sieht sich verschwindend selten. Die Liebe ist und bleibt unbeeindruckt von Kilometerangaben und Bahnpreisen und wann immer ich diese Menschen in meiner Nähe habe wird mein Herz leicht, mein Lächeln ein bisschen unbeschwerter und ziemlich viel von allem anderen ziemlich egal. Und so läuten wir immer mal wieder Reunion Time ein – diesmal eben in Konstanz.

Und das ist eine ziemlich gute Idee. Denn wir brauchen keine Fremdimpulse, um miteinander eine gute Zeit zu haben, keine surrende Großstadt oder szenige Bars. Sicher waren der in Sonnenbrand und rote Nasen resultierende Vormittag am idyllischen Seeufer, als wir mit den Leihrädern der Uni Konstanz (1 € pro Tag! Topzustand! Absoluter Insider-Tipp!) vom Seerhein in Petershausen die Seestraße entlang in Richtung Hörnle gefahren waren, ein absoluter Mood Lift; der ständige Blick aufs Wasser und das Schlendern durch die bildschöne Altstadt von Konstanz eine echte Wohltat.

Aber eigentlich ging es an diesem Wochenende um das gemeinsame Tanzen zu Lieblingstrash auf der WG-Party später am Tag, die von Mund zu Mund gereichte Flasche Pfeffi und das Wissen, dass die guten alten Zeiten zwar niemals zurückkommen werden, es aber keinen Grund für Melancholie gibt. Dass wir uns stattdessen alle weiterentwickeln, vielleicht in verschiedene Richtungen, aber immer auch ein bisschen miteinander. Uns für die Erfolge der anderen freuen. Mitfiebern, mitgrübeln, mitsorgen. Input schenken. Und, ja, ein bisschen auch in Erinnerungen schwelgen.

Ich komme jetzt ein bisschen pathetisch daher wenn ich sage, dass ich mich so unglaublich gesegnet fühle mit Freunden wie diesen. Damit, dass das Hauptthema mit ihnen nicht lautet Weißt du noch, damals… sondern Und wie geht es dir heute? weil wir wissen, dass uns wesentlich mehr verbindet als 6, 7, 8 Semester in der gleichen Universitätsstadt. Ich habe bis vor ein paar Jahren nicht verstanden, warum so viele Menschen jenseits der 40 immer wieder betonen, wie wertvoll und lieb ihnen ihre Studienfreunde sind. Spätestens jetzt weiß ich es.

Weekend Getaway in Konstanz – meine Tipps:

Da das nicht mein erstes Wochenende in Konstanz ist, kenne ich die schönsten Ecken mittlerweile ganz gut. Deshalb für euch ein paar Empfehlungen, wenn es euch – zum Beispiel auf dem Weg zum Italienurlaub – mal für einen Tag oder zwei hierher verschlägt. Glaubt mir: Es lohnt sich!

  • Die Altstadt erkunden. Zwischen Bodensee und Oberer/Unterer Laube gibt es die pittoreskesten Gassen, wunderschöne Häuserfronten und nette Geschäfte. Unbedingt auf den Münsterturm steigen (Eintritt: 2€ – ab 10 Leuten nur 1€ pro Person, wartet also einfach ein paar Minuten bis sich genügend Menschen zusammengefunden haben!), das Konzil und den Hafen beschlendern und mit einem Eis aus dem Pano im Stadtgarten sitzen!
  • Durchs Paradies wandeln. Der westliche Teil von Konstanz heißt tatsächlich so – und sieht stellenweise genau danach aus. Eine gemütliche, etwas verwunschene Wohnsiedlung ohne große Infrastruktur – aber viel Atmosphäre. Unbedingt am nördlichen Ende in den Winterer- und dann den Webersteig einkehren und dann entlang des Seerheinufers zurück Richtung Innenstadt spazieren.
  • Im Rhein schwimmen. Was uns in unserem Studienort Mainz stets (mehr oder weniger) versagt blieb ist hier möglich – zum Beispiel am Rheinufer, das man von der Fahrradbrücke aus links sehen kann. Hier sonnen sich im Sommer Studenten und Freiluftfans und halten immer mal wieder zur Abkühlung die Zehen ins Wasser.
  • In die Schweiz laufen. Konstanz mündet ja quasi direkt in unser Nachbarland und die Grenze lässt sich bequem erlaufen. Besonders hübsch soll übrigens die Kunstgrenze unweit der Bodensee-Arena sein – der Seeweg entlang am Hafen und Yachtclub von Kreuzlingen bis hin zum Schlösslipark ist übrigens die perfekte Laufstrecke! Alternativ empfehle ich allen, die irgendwie mit der Uni Konstanz verbandelt sind, sich dort für 1 € am Tag ein Fahrrad auszuleihen!
  • Wissen, wo man gut einkehrt. Tatsächlich ist Konstanz ein ganz schönes Touri-Städtchen und man sollte der Versuchung widerstehen, in einem der Restaurants mit direktem Seeblick einzukehren. Zwar ist die ganze Stadt nicht gerade günstig, aber übertreiben wollen wir es ja dann doch nicht. Meine über die Jahre gesammelten Favoriten:

Essen und Trinken in Konstanz

  • Das Pano für leckere Stullen und die beste Eiscreme der Stadt! (Marktstätte 6)
  • Das Il Boccone für gutes italienisches Essen und ein bisschen People Watching! (Bodanstraße 20-26)
  • Das Stadtkind für spitzenmäßige Kuchen und leckere Smoothies! (Brauneggerstraße 31)
  • Die ess/bar mitten im Zentrum für leckeren Kaffee und Snacks! (Sigismundstraße 15)
  • Das Voglhaus für guten Kaffee und nette Einrichtungsideen und Mitbringsel! (Wessenbergstraße 8)
  • Das Zeitlos für ein gemütliches Frühstück, im Idealfall sogar im Cafégarten! (Sankt-Stephans-Platz 25)
  • Die Weinstube zum Guten Hirten, auch bekannt als Tamaras Weinstube, wurde mir wärmstens für Rebensaft und den dazugehörigen Schmackofatz empfohlen. (Zollernstraße 8)
  • Das Sedir für bestes türkisches Essen und gute Preise! (Hofhalde 11)

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