Travel & Wanderlust
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Traveling: Im TukTuk mit Kumar

Kumar ist sieben. Er sitzt barfuß auf der Fahrerbank des TukTuks, halb an seinem Vater gelehnt, der uns durch Chennais Straßen fährt. Alle paar Minuten dreht er sich nach meiner Kamera um, will die Bilder sehen, lacht laut, als er sich darauf erkennt. Er hängt sich kopfüber nach hinten um mich beim Fotografieren zu beobachten und wirkt dabei so sorglos und kindlich, wie er es mit seinen sieben Jahren sein sollte.

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Keine zehn Sekunden später sitzt er wieder gerade und schaut unbeteiligt auf die Ereignisse am staubigen Straßenrand, die den Europäer neben mir abwechselnd in laute Verzückung und entsetztes Kopfschütteln ausbrechen lassen. Kumar kennt das. Er fährt jeden Tag im TukTuk seines Vaters mit, jeden Tag quer durch Chennai, er kennt die Straßenhädler, die Bettler, die einschlägigen Geschäfte und die Frauen, die auf der Erde sitzen und versuchen, Früchte oder geflochtene Blumenkränze an Passanten zu verkaufen. Irgendwann wird Kumar das TukTuk selbst fahren um seine Familie zu versorgen, eine andere Perspektive gibt es eigentlich nicht für den Jungen mit den tiefbraunen Augen. Aber er lacht auf, als er merkt dass ich ihn beobachte, bietet mir ein Bonbon aus seiner Hosentasche an und kratzt sich gedankenverloren am Kopf. Als wir ausgestiegen sind dreht er sich noch einmal um und winkt uns, bevor sein Vater und er und ihr kleines gelbes TukTuk im Gewimmel verschwinden.

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