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The Brain Runs On Fun

Ich liebe meine Jobs – in erster Linie, weil sie sich ganz, ganz oft nicht anfühlen wie ein Job*. Klar sind sie viel Arbeit, oft anstrengend und überschreiten häufig den gewöhnlichen Feierabend. Aber das ist selten ein Problem. Weil ich echten Spaß auf der Arbeit habe**. Weil ich vor Lachen fast zusammenbrechend neben meiner “Chefin” im Büro sitze oder im Layover merke, dass die “ganz nette Kollegin” und ich was Freizeitgestaltung angeht erstaunlich nah auf einer Wellenlänge liegen. Weil ich Orte bereisen darf, an die ich ohne den Job nie gekommen wäre. Oder weil der Passagier in Reihe 21 jedes Mal danke sagt, Augenkontakt hält und mich freundlich anlächelt (keine Selbstverständlichkeit!). Wenn man sich über solche “Kleinigkeiten” freuen kann, macht das alles wirklich Spaß.

Ich habe dieses Glück im Kleinen in die Wiege gelegt bekommen (niemand hat so schöne Lachfalten wie meine Mutter) und bin deshalb in der Lage, mein Leben so zu leben wie ich es tue. Immer unterwegs zwischen Stuttgart (wo ich lebe), Hamburg (wo ich liebe) und dem Flughafen (wo ich arbeite). Weil alle drei Teile so viel Spaß mit sich bringen, dass sie mich glücklich machen. Auch – oder gerade – in dieser anstrengenden, manchmal chaotischen Kombination.

Wenn mich also Freunde oder Bekannte fragen, wie ich das eigentlich alles mache, kann ich nur – die Frage nachvollziehend, mich über die Anerkennung die ihr innewohnt freuend – nicken, und dann mit den Schultern zucken. Das ist mein Leben. Ich habe es mir mehr oder weniger selbst ausgesucht. Ich genieße jeden schönen Moment und habe das Talent, schnell zu vergessen, was blöd war. Ich versuche die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann – statt ihnen durch ständige Meckerei mehr Raum in meinem Bewusstsein und damit in meinem Leben zu geben als unbedingt erforderlich. Wenn die Bahn mal wieder Verspätung hat ist das ärgerlich, aber dann rufe ich eben eine Freundin an, mit der ich lange nicht gesprochen habe. Wenn ich im Stau stehe (okay, außer ich bin auf dem Weg zu einem dringenden Termin oder es hat über 25 Grad, meine Klimaanlage ist nämlich seit geraumer Zeit kaputt…) habe ich eben mehr Zeit zum Sinnieren***.
Natürlich gelingt auch mir diese Art, den Grummel in mir auszutricksen, nicht immer. Auch ich kann richtig gut schmollen oder meinen Unmut, meist in eine ordentlichen Portion Sarkasmus getränkt, auf Twitter zur Schau stellen. Aber ich versuche, das bewusst zu um-denken. Meist klappt’s. Denn das Glück ist ganz oft eine Frage der Einstellung.

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* Ich schreibe im Plural, weil ich den Luxus lebe zwei Traumjobs parallel zu führen. Ich arbeite als Flugbegleiterin und als Freiberufliche Autorin, Kreative, Marketeer.

** Allerdings: Spaß auf der Arbeit kann nicht alles sein. Sara hat dazu einen wahnsinnig guten Artikel geschrieben, den wir uns gerne alle einmal die Woche zur Erinnerung durchlesen sollten. Hier geht es allerdings um meine Einstellung zum Leben, zu dem – natürlich – auch die Arbeit und die Rahmenbedingungen, die sie schafft, gehört.

*** Ich will hier auf gar keinen Fall eine kritiklose Alles-Hinnehmen-Einstellung propagieren. Klar soll, nein muss man sich aufregen, wenn zum Beispiel bezahlte Dienstleistungen wie eine einigermaßen pünktliche Beförderung nicht erbracht werden. Aber man muss das zielführend tun (also zum Beispiel eine Beschwerde einreichen), statt sich die eigene Laune verderben zu lassen.

Bild via pinterest.com/thelastjamieso

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