Fashion, Interior
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Stijl 2015: Goodbij, Altes Postlager! Hallo, Freunde des guten Geschmacks!

Zwei Mal pro Jahr lockt es die Mainzer Hipster, Kreativlinge und Freunde des guten Geschmacks ins Alte Postlager hinter dem Hauptbahnhof. Seit 2009 findet dort – einmal im Winter, einmal im Sommer – der Stijl Designmarkt statt, eine Verkaufsmesse mit allem, was das Herz des feingeistigen Ästheten begehrt. Ob Betoneis, Holzbrille oder Kunstdruck, die Manifestation Interiorlastiger Instagram-Kanäle und Pinterest-Boards lässt keine Wünsche offen. Dazu kommt ein lifestyliges Rahmenprogramm aus Musik, Streetfood und DIY. Alles in allem: Der perfekte Sonntagsausflug für alle Rhein-Main-Gebietler!

Vergangenes Wochenende (am 30. und 31. Mai) war es also wieder so weit – ein Glück, dass ich Reunion-bedingt ohnehin in der schönsten Stadt am Rhein weilte und den Sonntagnachmittag gemütlich mit einem Ailaike-Eistee in der einen und der Kamera in der anderen Hand auf der Messe verbringen konnte.

Mehr als 140 Aussteller aus den Kategorien #anziehen, #wohnen und #genießen zeigen auf der Stijl was sie können, und reisen dafür teilweise aus ganz Deutschland an. Es sind aber auch viele regionale und lokale Designgrößen wie zum Beispiel die Zur Anprobe-Gründerin Melle Münz am Start. Meine Highlights habe ich euch mal zusammengefasst:

Stijl 2015: #anziehen

In Sachen Design zum Tragen sind mir viele der anwesenden Textil-Designer leider doch ein bisschen zu „handmade“, wenn ihr versteht was ich meine – aber natürlich gibt es grandiose Ausnahmen! Neben der schon erwähnten Melle von Zur Anprobe zählt auch das Kölner Label SINUS Clothing dazu, das Label edelbunt (von dem unter anderem die Fries & Champagne Cap stammt) – sowie das fantastische Streetwear Label LikeLife, das neben schönen Shirts und Sweatern (DU! Her mit dir! Sofort!) auch einige Lifestyle-Produkte im Sortiment hat.

Erfahrungsgemäß lande ich bei Stijl & Co früher oder später aber immer vor allem bei den Schmuck-Ständen. Ich stehe nicht auf billigen Modeschmuck, für die teuren Teile fehlt mir aber meist das nötige Kleingeld. Weniger Kompromiss als echte Leidenschaft sind daher junge Selfmade-Labels, die mir meist die liebsten Schmuckstücke einbringen. Dazu gehörte diesmal zum Beispiel koshikira, ein Hamburger handmade-Label, das mit den allseits beliebten Amethyst-Ketten und -ringen (!) überzeugt. Jonathan Radetz‘ Stand fiel mir zunächst vor allem wegen seiner hübschen Präsentation auf – letzten Endes verliebte ich mich dann noch etwas in den Perlenring. Und wenn wir schon beim Thema Accessoires sind, darf das Kölner Holzkollektiv Kerbholz natürlich nicht fehlen: Dass ich auf Holzsonnenbrillen stehe habe ich euch hier schon verraten, aber auch die Uhren haben es in sich.

Spontan verfallen bin ich außerdem der Tasche von Matt & Nat, Kupfer geht bekanntlich immer (die Kupferarmreifen sind von curlybird) – und wie süß ist bitte die Packaging-Idee mit den Reagenzgläsern?

Stijl 2015: #wohnen

Mein Favorit in Sachen Interior war ganz eindeutig der Stromer aus dem Hause njustudio, der den Mehrfachstecker ansehnlich und das Laden zu Hause oder im Office zu einer ganz und gar ästhetischen Maßnahme macht. Gut gefallen hat mir aber auch, was oben genannter Jonathan Radetz mit jono concepts macht – zum Beispiel der wunderschön minimalistische Beistelltisch WW13.

Und zum Bereich Wohnen gehören natürlich auch die zahlreichen Papeterie- und Print-Labels, deren Sinnsprüche und Grafiken sich gerne mal allesamt an meiner Wand versammeln dürften! Dabei waren unter anderem Foxes and Elephants.

Stijl 2015: #genießen

Den verlockenden Foodtrucks in der Outdoor Area habe ich diesmal verhältnismäßig wenig Beachtung geschenkt – die Schlange vor dem N’Eis-Wagen war beinahe so lang wie die vor dem Laden am Gartenfeldplatz an einem schönen Sommertag. Gefreut habe ich mich aber über den kleinen Einblick ins Angebot des Pop Up Stores und Cafés HALBE/HALBE, dessen Dependance in der Flachsmarktstraße bei meinem geplanten Besuch am Samstag Stijl-bedingt geschlossen hatte. Aber auch bei den Messeständen gab es kulinarisch einiges zu entdecken, wie zum Beispiel die flüssigen Geschmacksträger von O’Donnell Moonshine oder auch den wunderbaren Berliner Sommer.

Gut gefallen hat mir auch die Magazin-Auswahl in der Bücherij von One In A Million (sonst im Bleichenviertel ansässig) sowie die musikalische Untermalung im Wulle-Wohnzimmer im Außenbereich.

Konsumtechnisch habe ich mich übrigens enorm zurückgehalten – lediglich zwei Dinge mussten unbedingt mit, und zwar solche, die mich schon lange jucken: Der goldene Armreif mit den bunten Troddeln von Skumkantarell erinnert ein bisschen an die finanziell aktuell unerreichbaren Modelle Aurélie Bidermann und macht nicht nur mir bei jedem Blick darauf gute Laune.

Außerdem unausweichlich war der Brezelring von curlybird, der auf den ersten Blick nach Infinity-Symbol aussieht – für mich aber ganz klar ein Stück „Heimat“ symbolisiert. Nichts geht für mich über eine warme Brezel direkt aus dem Ofen, und das war schon so, als ich noch in Mainz gelebt habe: Ich kann nicht sagen, wie oft ich beim Warten auf den Bus zur Uni (nur wenige hundert Meter vom Alten Postlager entfernt übrigens) spontan schwach geworden bin und mir ein warmes Stück Laugen für 60 Cent gegönnt habe. Beste! Und jetzt ziert ein filigraner rosé-goldener Ring mit Miniatur-Brezel meinen Ringfinger. Feels like home.

Feels like home, so ist das auch nach wie vor mit Mainz und mir. Dass einem eine Stadt so ans Herz wachsen, so fehlen kann! Und wenn wir schon beim Thema „Heimat“ sind: Das Alte Postlager war nun ein letztes Mal Heimat der Stijl Mainz. Mit der nächsten Messe im Winter steht ein Locationwechsel an. Die Gerüchteküche spuckt hässliche Namen wie den der Rheingoldhalle aus, ich hoffe auf einen passenderen Ort. Wir werden es herausfinden. Bis dahin: Goodbij, Stijl, du Gijle!

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