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Skiurlaub in den Dolomiten – eine Woche im Rifugio Pralongia

Enthält Werbung.

Ihr wisst ja, dass mich eine ganz besondere Liebe mit Südtirol verbindet. Nicht nur, aber auch seit dem Südtirol Medienpreis vor vier Jahren. Zum Skifahren war ich zuletzt an meinem grandiosen Geburtstagswochenende vor zwei Jahren in meiner liebsten europäischen Urlaubsregion – als mich vor einem halben Jahr also meine Freundin fragte, ob ich im März mit zum Spring Skiing ins Alta Badia kommen wolle, stand die Antwort sofort fest.

Eine Woche im Rifugio Pralongia in Alta Badia

Nicht, dass es neben den Worten “Südtirol” und “Skifahren” noch auch nur ein weiteres Argument für meine Zusage gebraucht hätte. Aber seit ich das erste Mal Bilder unseres Domizils, dem Rifugio Pralongia oberhalb von Corvara, gesehen hatte war ich absolut hooked. Mein Urlaubstraum: Eine Hütte direkt auf der Skipiste mit Sauna, gutem Essen und Sonnenterrasse. Als wir nach einer entspannten Anreise in Corvara angekommen waren, unser Gepäck in den Skilift geschmissen und die Ski angeschnallt hatten, wurde es aber noch viel besser. Bilder können dem Rifugio, seiner grandiosen Lage inmitten der Dolomiten und dem Flair, das dort herrscht, kaum gerecht werden.

Im Zimmer angekommen ging mir das Herz endgültig über. Statt den üblichen Hasenställen, die man aus Skihotels gewöhnt ist, lebten wir hier zu zweit auf gefühlt 30 lichtdurchfluteten Quadratmetern. Vom Balkon aus konnten wir morgens das Blue Bird-Potenzial des Tages erahnen und nachts einen der klarsten Sternenhimmel betrachten, die ich je gesehen habe. Das Zimmer war groß genug für After Ski-Yoga und kleine Tanzeinlagen, das Wifi schnell genug für Binge Watching nach dem Abendessen, und unsere Magen wuchsen jeden Tag mit dem abendlichen Fünf-Gänge-Menü mit.

Das in dritter Generation familiengeführte Rifugio Pralongia bietet neben den sieben Doppelzimmern, die allesamt herrlich minimalistisch und geschmackvoll eingerichtet sind, auch ansprechende Schlafsäle mit Stockbetten, die – bis auf das Thema Privatsphäre – an die Doppelzimmer gut anstinken. Halbpension und Saunanutzung sind auch hier inklusive. Vielleicht was für den nächsten Girlstrip oder JunggesellInnenabschied?!

Mehr Infos zum Rifugio Pralongia findet ihr hier.
Ich habe meinen Aufenthalt komplett selbst gezahlt und dieser Beitrag entstand aus absoluter Überzeugung, völlig unabhängig und unbezahlt. Das Wort Werbung steht oben nur aufgrund der bekannten Begebenheiten im deutschen Medienrecht.

Frühlings-Skifahren in Südtirol

Selten habe ich slushy Bedingungen und Plusgrade beim Skifahren so gefeiert, wie in dieser Woche. Ende März darf man auf 2000 Metern auch wirklich keine Topbedingungen mehr erwarten – aber was hier an Präparierung geleistet wurde, ist wirklich bemerkenswert. Wer morgens früh genug auf den Ski stand konnte zumindest für ein paar Stunden noch richtig viel Spaß haben. Nachmittags musste man auf die oberen Hänge ausweichen, um nicht allzu sehr an einen sommerlichen Surftrip erinnert zu werden. Aber ab 13 Uhr schmeckt der Apérol Spritz ohnehin so gut, dass man mehr Zeit auf den Sonnenterrassen der unzähligen urigen Hütten verbringt, die das weitläufige Dolomiti Superski Gebiet bereithält, als auf den Ski.

Drei Must-Dos in den Dolomiten

Jeder Tag dieser Woche war ein eigenes kleines Highlight – vom ersten Skitag im Pullover und mit Freudenschreien über das Kaiserwetter bis hin zur letzten Abfahrt in Alltagsklamotten, während das Gepäck mit dem Lift ins Tal befördert wurde. Dennoch gibt es drei ganz besondere Highlights, die man unbedingt mitgenommen haben muss, wenn man im Alta Badia Ski fährt.

  • Die Sella Ronda

Die Sella Ronda ist seit den Siebzigern eine der bekanntesten lückenlosen Skirundtouren und führt auf 26 Pistenkilometern rund um das Sellamassiv. Über das Sellajoch, das Pordoijoch, den Campolongapass und das Grödner Joch geht es durch die verschiedenen Täler – immerzu bei wunderbaren Ausblicken.

Wir haben die Sellarunde in unserer Woche dreimal gemacht, als geübter, ausdauernder Skifahrer schafft man das an einem halben Tag. Wer es entspannter angehen will (oder, wie wir, die ein oder andere Sonnenpause einlegt) kommt mit einem Skitag trotzdem gut hin. Als Organisationstalent, das es aus dem Alltag gewohnt ist alles in die Hand zu nehmen, Termintetris zu spielen und die Dinge ohne fremde Hilfe am Laufen zu halten, liebe ich es im Skiurlaub, mir keine großen Gedanken über Strecken und Pistenpläne machen zu müssen – die Sellarunde ist daher ideal für mich. Je nach Richtung hält man einfach immer wieder die Augen nach grünen (gegen den Uhrzeigersinn und unser Favorit) oder orangenen (im Uhrzeigersinn) Hinweisschildern auf und kann kaum etwas verkehrt machen. Verantwortung abgeben kann so schön sein!

Um die Sellaronda zu fahren benötigt ihr den Großraumskipass Dolomiti Superski.
Übrigens: Im Sommer ist die Sellaronda auf Asphalt auch mit dem Fahrrad (52 Kilometer, 1650 Höhenmeter) oder dem Motorrad (50 Kilometer) zu bezwingen!

  • Ein Tag an der Marmolada

Die Marmolada ist der höchste Berg der Dolomiten und bot damit in unserer Frühlingswoche mit Abstand die besten Bedingungen. Leider wussten das viele – sodass die Pisten im Vergleich zum restlichen Gebiet unglaublich überlaufen waren. Ärgerlich vor allem deshalb, weil Selbstüberschätzung und Raserei die teils anspruchsvollen Hänge zu Minenfeldern machten, auf denen man mehr damit beschäftigt war unkontrollierten Skifahrern auszuweichen, als selbst auf seine Kosten zu kommen.

Ich bin mir aber sicher, dass sich der etwas aufwändigere Weg auf die Marmolada trotzdem für jeden lohnt, und wenn es nur für den grandiosen Ausblick von der Panoramaterrasse der Bergstation ist!

  • Ein Ausflug zum Lagazuoi

Mein absoluter Lieblingstag des Urlaubs war der Ausflug zum Lagazuoi. Wer in den Dolomiten Ski fährt, darf sich dieses Sahnestückchen auf keinen Fall entgehen lassen, und das meine ich vollkommen ernst! Mit einem Sammeltaxi geht es für 6 Euro pro Person von San Cassiano / Armentarola aus zum Falzarego-Pass. Von dort geht es mit der Seilbahn nach oben auf den Lagazuoi. Ab da kann man entweder direkt die 8,5 km lange Armentarola-Abfahrt fahren – ich empfehle vorher aber dringend einen Abstecher ins Cinque Torri Skigebiet! Wir haben hier einen traumhaften Skitag mit leeren Pisten und besten Bedingungen verbracht.

Und dieser wurde dann am frühen Nachmittag mit der erwähnten Abfahrt belohnt. Tatsächlich eine unheimlich romantische, einfach schöne Abfahrt mit tollem Szenario. Schroffe Bergwände, ein sagenhafter Blick aufs Fanes-Tal – und wer mehr Glück hat als wir (oder schlicht früher dran ist, denn uns machte der Tau im Tal einen Strich durch die Rechnung) wird vom Ende der Abfahrt mit einem Pferdegespann zurück zum Skilift Armentarola gezogen. Das muss das Erlebnis Lagazuoi nochmal perfekt abrunden!

Zwei Tipps noch: Kurz vor Ende der Abfahrt wartet eine unheimlich gemütliche Einkehr auf euch: Die Scotoni-Hütte ist die perfekte Anlaufstelle für eine heiße Schokolade, das Mittagessen, einen Nachmittagssnack oder den ersten Spritz. Dort kann man auch neue Fellfreunde gewinnen! Und direkt nach dem Passieren der Hütte sollte man seine Aufmerksamkeit kurz vom Ski nach links lenken – beeindruckende Eisfälle lassen sich hier bewundern.

Eines ist sicher: We will always have South Tyrol.

1 Kommentare

  1. Sigrid sagt

    Endlich wieder und dann auch noch so ein schöner Bericht!
    Für mich allerdings ganz besonders – hier schließen sich viele Kreise:
    ich habe in Corvara vor 50 Jahren meine ersten Ski-Versuche unternommen,
    zu Studentenzeiten war ich dann viele Jahre in St. Kassian oder Armentarola
    und auch später hat mich diese Skiregion immer wieder begeistert. Für das
    nächste Jahr steht fest: Südtirol, ich komme!

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