Music & Tunes
Kommentare 5

Music Musing: Noisy November Playlist

ludwigshoehe_darmstadt_11

November, du warst ein hartes Stück Arbeit. Du warst laut, zäh und schwer, du hast dich (und mich) regelmäßig theatralisch auf den Boden geschmissen, alle Grenzen ausgereizt und vor Ungeduld schreiend auf Türen eingetrommelt, die sich nur wenig später ganz von alleine öffnen sollten. Hast deine Klauen in Stein gehauen und dich dann darüber gewundert, dass die Knochen splitterten. Du hast mich angestrengt, ich habe mich angestrengt, und am Ende stehe ich da und alles hat sich gelohnt. Aber ich bin froh, dass es vorbei ist. Dass du vorbei bist.

Du warst ein Monat voller Hindernisse, ein echter Powermonat in dem ich lernen musste mir Zeit zu geben, Zeit zu lassen, was so gar nicht meine Art ist. Ungeduld ist das, was ich bei jedem Bewerbungsgespräch als meine Schwäche angeben müsste; wenn ich eine Idee habe, dann möchte ich, dass diese so schnell wie möglich umgesetzt wird, ich hasse es zu warten und das ganz besonders, wenn es um mich selbst geht. Wie wartet man auf die eigene Geduld? Gar nicht.

Am Ende geht es nur durch Weitermachen, durch Anpacken an anderen Baustellen, auch wenn das bedeutet, dass die alten erstmal brach liegen. Nicht einfach, aber machbar, und dann wird auf einmal alles ruhig und der Dezember ist da. Der für mich vor allem eins heißt: Durchatmen. Am besten draußen im Wald, der im neuen Nest direkt vor der Haustür beginnt. Laufen bis die Füße wehtun und das Herz leise ächzend resigniert, zurückkommen, heiße Schokolade kochen. Mandarinen schälen und Nüsse knacken, die der Nikolaus heute pünktlich vor die Tür geliefert hat. Und dabei Musik hören, gemütliche, winterliche Musik die Lust auf Sofa und Wolldecke macht.

Die Noisy November Playlist

[spotify id=”spotify:user:1121831602:playlist:4Yk7vQadvfSRK07W1HytV7″ width=”300″ height=”380″ /]

 

Dabei ist zum Beispiel Martin Kohlstedt, ein begnadeter Pianist der mich schon letzten Sommer auf dem Fuchsbau Festival live verzaubert und dieses Jahr die Reworks seiner Nacht EP veröffentlicht hat. Dabei ist auch Adna, von der ich einfach nicht genug kriege und die zudem für ein kleines Feist-Revival gesorgt hat. In Sachen Revival finden sich auch The Streets in der Playlist mit einem Song, der jede Jahresend-Revue akustisch unterlegen sollte und mich an einen ganz speziellen Menschen erinnert. Und Neil Thomas, der über mein aktuelles Thema Heimat mehr als treffend singt.

You will never be alone
No you will never be alone
‘Cause I’ve been around the world and back again
And though I gotta keep on traveling
Your heart is my home

Your breath on my beck in the morning
The sound of your voice calling
Your face and shapes in the water
It’s all in my mind

ludwigshoehe_darmstadt_18

Das größte und umfeierste Release des Monats war ganz klar Adele’s 25, und auch ich kann nicht bestreiten, dass mich Hello kalt gelassen hätte. Noch viel mehr aber hat mich persönlich When We Were Young gepackt (ich habe es hier schon auf Facebook geteilt) – dieser Song hat bei mir irgendwann im November, als meine Haut sehr dünn und mein Schlafdefizit riesig war, alle Dämme brechen und die Tränen fließen lassen. Und mit dem entlasse ich euch jetzt auch in einen entspannten Sonntagabend an Nikolaus, den ihr hoffentlich auf dem Sofa verbringt, nach einem langen Spaziergang im Wald. Vielleicht ja auch mit Nüssen und Mandarinen.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=DDWKuo3gXMQ&w=750&h=422]

5 Kommentare

      Schreibe einen Kommentar

      Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.