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Muse fürs Museum: Das Museo del Oro in Bogotá

Museo del Oro

Meine Leidenschaft für Museen wächst stetig. Ich könnte mir zum Beispiel kaum einen besseren Ort vorstellen, einen leise schnurrenden Kater auszukurieren, als ein kühles, ruhiges Museum mit dunklen Ecken und schönen Exponaten. Genau das habe ich nämlich an meinem letzten Tag in Bogotá getan. Das ist jetzt zwar schon eine Weile her, aber wenn ich mir die Bilder so ansehe spüre ich wieder die beruhigende Wirkung der Stunden dort.

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Das Museo del Oro zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und gilt als das beste Museum in Südamerika. Mit hohen Erwartungen liefen wir also durch die Innenstadt und brauchten einen Moment, bis wir das moderne Gebäude gefunden hatten. Das schönste Museum in Südamerika, diesen Titel hätte es schonmal verdient. Die Architektur ist wunderbar schlicht, man könnte denken man steht irgendwo in Europa, das Treppenhaus ist lichtdurchflutet und die Ausstellungsräume geschmackvoll dezent gehalten.

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Zwischen Backpackern und der einheimischen Elite schlendert man hier also für etwas mehr als einen Euro durch die drei Stockwerke voller Informationen über Gold, aber auch über die Südamerikanische Geschichte und Geografie. Denn das ist es, was das Museum ausmacht: Entgegen aller Erwartungen, wenn man den Namen des Museums (Oro bedeutet Gold) hört, geht es hier nicht bloß um ein schnödes Edelmetall. Sondern darum, wie sehr die kolumbianische Kultur mit ihm verknüpft ist.

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Dabei kann man wunderschöne und auch absonderliche Exponate betrachten. Jahrtausendealten Schmuck, den man genauso gut auf einer skandinavischen Schmuckmesse oder im COS um die Ecke finden könnte. Herrliche Schalen, Wannen, Skulpturen. Die Muschel im Bild ist vergoldet worden und hat sich unter dem Edelmetall längst zersetzt, geblieben ist nur der Mantel aus Gold.

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Museo del Oro Lisa Mattis

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Scheinbar nebenbei lernt man irrsinnig viel über die kolumbianische Geschichte, die verschiedenen Regionen und die Kultur des Landes.

Einziger Wermutstropfen: Das Museum lädt trotz aller Modernität wenig zu Interaktion ein, viele Texte neben endlos vielen Ausstellungsstücken sind zwar informativ, aber nach einer Weile etwas langweilig. Ich, die ich Mitmachmuseen wie einzelne Teile des Auckland War Memorial Museums liebe, ertappe mich dann schnell dabei nur die spannendsten Passagen zu überfliegen – und merke am Ende leider, dass ich wohl nicht mal die Hälfte dessen mitbekommen habe, was man hier hätte lernen können.

Aber trotzdem: Einen Besuch wert. Die Architektur allein wäre Grund genug. Und, nun ja, die dunklen, kühlen und ruhigen Räume, wenn man am Abend davor zu viel Chicha getrunken hat.

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