Life of a Flight Attendant
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Life of a Flight Attendant: Das erste Q&A – wie bin ich eigentlich zum Fliegen gekommen?

Lange angekündigt und immer wieder aufgeschoben, weil andere Themen wichtiger, dringender, (aus meiner Sicht) spannender schienen. Zuletzt wegen einem technischen Problem hier auf Helle Flecken flachgefallen sind sie jetzt endlich da: Die ersten Q&As! Wir spielen das Frage-Antwort-Spiel: Was interessiert euch an meinem Job als Flugbegleiterin? Was habt ihr euch schon immer gefragt, seit ihr als Steppke das erste Mal mit Mami und Papi in ein Flugzeug gestiegen seid? Dabei gibt es für mich erstmal keine Tabus – fragt, was immer ihr fragen wollt! Immer her damit, ich werde nach und nach und so regelmäßig wie es eben geht antworten! 

Mir geht es dabei nicht darum, die Fragen wiederzukauen die ich schon im Flugbegleiter-FAQ beantwortet habe – sondern wirklich die, dir ihr mir immer wieder stellt, sei es auf Snapchat, auf Instagram oder hier in den Kommentaren. Um das Ganze im Rahmen zu halten wird es in jeder Ausgabe nur 3 Fragen und Antworten geben – und ich freue mich, wenn ihr mir in den Kommentaren neue hinterlasst oder nochmal genauer nachfragt, wenn ihr irgendwas nicht verstanden habt (Hint: Wenn ihr an irgendeiner Stelle denkt, dass ich eine fremde Sprache spreche, lest euch vielleicht auch nochmal das Flugbegleiter-ABC durch)!

Questions and Answers of a Flight Attendant: Mein erstes Q&A

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  • Seit wann machst du das schon und wie bist du dazu gekommen?

Ich habe mit dem Fliegen vor ziemlich genau 8 Jahren, direkt nach dem Abitur, angefangen. Eigentlich wollte ich – wie alle zu dieser Zeit – gerne ein Jahr ins Ausland, wollte aber meiner Mutter nicht länger (oder noch mehr als es zu diesem Alter eh normal ist) auf der Tasche liegen. Erstmal Geld verdienen, dann die große Reise selbst bezahlen, so war der Plan – und ich überlegte, wie ich das am besten anstellen könnte. Die große Schwester eines guten Freundes hatte den selben Schritt ein paar Jahre vorher gemacht und nach einem Gespräch mit ihr war klar: Fliegen könnte etwas sein das mir gleichzeitig Spaß macht, und mich und meinen Geldbeutel der großen Reise näher bringt – ein halbes Jahr oder Jahr kann man das ja mal machen! Ein paar Monate später begann die Ausbildung, wiederum zwei Monate später stand ich das erste Mal in Uniform im Flieger und begrüßte unsere Gäste, und spätestens ein halbes Jahr danach war klar: So schnell höre ich damit nicht mehr auf! Die 8 Jahre seitdem sind wie im Flug (sorry for that) vergangen – nach einem Jahr in Vollzeit bekam ich auf meinen Wunsch eine Teilzeitstelle und begann gleichzeitig parallel zum Fliegen mein Publizistik-Studium in Mainz. Seitdem habe ich sozusagen eine halbe Stelle und bin damit knapp 10 Tage im Monat unterwegs – die restliche Zeit arbeite ich von zu Hause (oder auch mal von unterwegs) aus als freiberufliche Social Media Managerin, Bloggerin und Texterin. Das klappt wunderbar, und solange ich meine beiden Leidenschaften problemlos parallel ausüben kann sehe ich keinen Anlass, irgendetwas zu ändern!

  • Wie läuft die Ausbildung zur Flugbegleiterin ab? Ist das schwierig?

Tatsächlich ist die Ausbildung zur Flugbegleiterin keine richtige Ausbildung und der Job auch kein nach dem Berufsbildungsgesetz staatlich anerkannter Beruf. Stattdessen durchläuft man einen mehrwöchigen Lehrgang, der bei jeder Airline ein bisschen anders gestaltet ist und grundsätzlich auch erstmal nur zur Arbeit bei dieser Airline befähigt. Bei allen aber Kern und höchste Priorität der Ausbildung: Sicherheit an Bord, denn das ist, wofür wir ursprünglich da sind. Das Emergency- und Erste Hilfe-Training ist das A und O unseres Jobs und wird deshalb auch jährlich wiederholt. Neben diesen Kernthemen dreht sich während der Ausbildung alles um die Arbeitsabläufe, den Service in der Kabine, das Fliegen im Allgemeinen (Zeitzonen, Flugzeugtypen, Fachbegriffe – da muss man erstmal klarkommen!), die interne Konzernorganisation, die Markenwerte, die Kundenwünsche und ja, auch das äußere Erscheinungsbild. Nach ungefähr acht Wochen im Lehrgang war es bei uns soweit: Der erste von zwei Einführungsflügen stand bevor. Bei diesen Flügen wird man von einem einarbeitenden Purser begleitet und angelernt, sowohl in der Economy- als auch in der Business-Class darf man sich ausprobieren und bekommt ausführliches Feedback, letzte Feinjustierungen werden vorgenommen, bevor es dann nach der Vertragsunterzeichnung (und ja, die findet erst am Ende des Lehrgangs statt!) frisch und frei auf Strecke geht!

Schwierig ist diese Ausbildung eigentlich nicht – es gibt zwar gelegentliche Tests, aber die sind, hat man den Unterricht aufmerksam verfolgt, relativ leicht zu verstehen, alle Themen werden geduldig und verständlich erklärt, schließlich ist die Luftfahrt eine ziemlich komplexe Geschichte! Wichtig sind gesunder Menschenverstand, Einfühlungsvermögen, Teamgeist und eine Nase für Dienstleistungs- und Serviceberufe – aber danach wird eigentlich auch schon in den Eignungstests ausgesucht. Es kommt tatsächlich eher selten vor, dass während der Ausbildung jemand den Lehrgang vorzeitig abbrechen muss. Trotzdem können zwei Monate konstantes Training, Input, Gruppenarbeit und auch Contenance natürlich ziemlich anstrengend sein!

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  • Muss man nicht in Frankfurt wohnen, um für LH zu fliegen? Wie hast du das mit dem Pendeln aus Stuttgart gemacht? Wie funktioniert das zum Beispiel während der Rufbereitschaft? 

Wo man wohnt ist für den Job erstmal gänzlich egal. Wir haben diverse Kollegen die in Hamburg oder Berlin, aber auch in Miami, Vancouver oder Rio de Janeiro wohnen. Wichtig ist letztlich nur: Zum Einsatz muss jeder absolut pünktlich und ausgeruht erscheinen. Ob er seinen Schlaf aber im Bett in Frankfurt oder im Business Class Sitz über dem Atlantik verbringt, ist jedem selbst überlassen. Klar ist: Jede Anreise zum Dienst erfolgt auf eigene Kosten! (Lediglich die Anreise zu Bewerbungsterminen und Schulungen wird unter Umständen übernommen.) Und: Wer nicht in einem gewissen Umkreis vom Einsatzort wohnt muss trotzdem garantieren, bei Rufbereitschaft innerhalb von einer Stunde am Flughafen zu sein. Das war von Stuttgart aus natürlich nicht möglich, auch wenn ich von dort aus normalerweise ganz entspannt mit dem ICE in einer guten Stunde am Flughafen sein konnte. Für meine Standby-Einsätze konnte ich glücklicherweise immer bei meiner Mutter wohnen; Kollegen schlafen bei Freunden im Rhein-Main-Gebiet oder nehmen sich ein Hotelzimmer am Flughafen. Es gibt außerdem sogenannte Standby-WGs, privat organisierte Wohngemeinschaften bei denen sich Kollegen eine Wohnung mit diversen Betten, einer Teeküche und einem Bad für solche Einsätze (oder die Nacht vor einem besonders frühen Flug) teilen.

Ich hoffe, ich habe die ersten drei Fragen zu eurer Zufriedenheit beantwortet – und freue mich schon auf euer Feedback, neue Fragen und das nächste Mal! Lasst mich gerne wissen, wenn euch irgendwas nicht einleuchtet!

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