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Must Do in Cape Town: Auf den Tafelberg wandern!

Ich bin kein großer Fan des Begriffes “Must Do”. Ich bin auch kein großer Fan davon zu bestimmen, wer was in seinem Urlaub tun muss. Dass der Tafelberg zu jedem Kapstadt-Trip dazu gehören sollte, ist aber wohl kaum streitbar. Und ich lehne mich sogar ein bisschen aus dem Fenster und sage: Wer nicht grade mit gebrochenem Bein nach Südafrika kommt oder nur 2 knappe Tage in dieser großartigen Stadt hat sollte sich hüten das Cable Car zu nehmen, sondern auf die eigenen zwei Füße setzen um den 1.086 Meter hohen Berg zu erklimmen.

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Auf den Tafelberg wandern – weil das Gefühl, es geschafft zu haben, unbeschreiblich ist

Wer mich kennt weiß, dass ich keine Sportskanone bin. Meine Kondition ist fernab von allem, was man als gut bezeichnen könnte, und ich bin tendenziell ein recht bequemer Mensch. Ich liebe das Wandern, habe aber seit jeher Probleme mit steilen Strecken und meiner Atmung. Da zieht auch leider keine Schon mein Vater hat Asthma- oder Ich habe einfach zu lange geraucht-Ausrede, es liegt schlichtergreifend in meiner Natur. Trotzdem war für mich klar: Mit der Gondel auf den Tafelberg zu fahren kommt gar nicht in die Tüte.

Viele Wege führen nach oben: 3 Routen auf den Tafelberg

Es gibt sicher noch einige weitere Routen auf den Tafelberg, zum Beispiel vom malerischen Camps Bay aus über die Zwölf Apostel. Diese drei aber sind die naheliegendsten, wenn man in der Stadt wohnt:

  • Der Platteklip Gorge & Maclear’s Beacon Trail: Er beginnt etwa 2 Kilometer von der Talstation entfernt und geht quasi steil und grade nach oben bis zur Bergstation, soll aber machbar sein und ist der schnellste Weg nach oben. Manko: Der Trail ist total einseitig, fast schon langweilig, bietet keinerlei Schatten und auch keine schönen Aussichten von unterwegs.

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  • Der Pipe Track: Er ist etwa 7 Kilometer lang und startet am Kloof Nek Kreisel. Er ist ziemlich einfach zu laufen und folgt den Wasserrohren, ist also kaum zu verfehlen, schlängelt sich gemächlich den Berg hinauf und ist nicht extrem anstrengend. Zieht sich aber!
  • Der Skeleton Gorge Trail: Es wird immer wieder behauptet, dass dieser Aufstieg der schnellste ist, aber das ist missverständlich: Ja, wer zunächst dem Smuts Track den Skeleton Gorge hinauf folgt ist zwar sehr schnell auf dem Plateau des Tafelbergs, bis man aber an den Aussichtspunkten und der Bergstation ankommt, läuft man noch gute zwei Stunden auf dem Berg weiter! Pluspunkt: Viel Schatten, großartige Vegetation, super Aussicht schon von unterwegs.

Über Skeleton Gorge auf den Tafelberg

Nachdem wir mit einigen anderen Reisenden und ein paar Locals gesprochen hatten war klar: Wir wählen die dritte Variante, starten also “von hinten” und erklimmen den Tafelberg von der schöneren, grüneren (und dadurch auch schattigeren) Seite. Los ging es also in den Botanischen Gärten von Kirstenbosch. Man zahlt hier 55 Rand Eintritt (etwa 3,50 €) und folgt dann dem Smuts Track entlang dem schattigen, bewaldeten Skeleton Gorge nach oben. Achtung: Das geht ziemlich steil bergauf, es müssen einige Holzleitern, -stufen und das Bett eines trockenen Wasserfalls erklommen werden – daher ist der Weg bei Regen gesperrt und auch nicht für den Abstieg geeignet. Alles in allem und mit einer kleinen Lunch-Pause haben wir etwa 4 Stunden gebraucht, bis wir an der Bergstation ankamen.

Und ja, ich habe zwischendrin ganz schön geflucht. Besonders die erste Stunde ist das echt kein Spaziergang sondern eher ein Klettersteig, und nur mein Stolz und das Wissen, was kommt, haben mich davon abgehalten umzudrehen. Und auch weiter oben ist es wie verhext: Immer wenn wir glauben, es jetzt aber wirklich geschafft zu haben, eröffnet sich vor uns ein weiterer Steinhaufen, den es zu erklimmen gilt bis wir endlich, endlich auf dem Plateau ankommen. Aber halleluja, hat sich der Aufstieg gelohnt! Schon unterwegs hat man phänomenale Aussichten, und spätestens wenn man oben auf dem Plateau steht feiert man sich und alle um sich herum ausgiebig für die Entscheidung, es auf die harte Tour zu probieren. Aber das passiert eigentlich schon früher – spätestens, wenn man auf einmal hier landet:

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Geheimtipp auf dem Tafelberg: The Secret Lake on Table Mountain

Ich habe bis heute nicht rausgefunden wie er heißt, und mir ist unbegreiflich dass er nicht viel populärer ist: Der versteckte See auf dem Tafelberg. Dort, wo man aus dem dschungelartigen Wald des Skeleton Gorge heraustritt und rechts weiter den Smuts Track bis zum Plateau laufen würde, dort führt links ein kleiner, unscheinbarer Trampelpfad zwischen ein paar Bäumen und Büschen hindurch. Ihm folgend offenbarte sich uns keine hundert Meter weiter ein völlig surrealer Anblick – ein weißer Sandstrand, abgestorbene Bäume, und türkises Wasser.

Wir haben uns nicht hineingetraut, angeblich ist es aber kein Problem, hier ein bisschen zu schwimmen. Ist das zu fassen?

Must Haves für die Wanderung auf den Tafelberg

  • Eine mindestens durchschnittliche Kondition. Der Marsch nach oben ist nichts für völlig unfitte Menschen, definitiv nichts für kleine Kinder und unsichere Läufer.
  • Sonnencreme und ein Hut. Die südafrikanische Sonne brennt auf dem Plateau des Tafelbergs, und ein Kopfschutz, eine Sonnenbrille und so viel Sonnenschutz wie möglich sind unerlässlich.
  • Gutes Schuhwerk. Wanderschuhe oder zumindest ordentliche Laufschuhe mit dicken Sohlen sind wegen der unebenen Wege ein echtes Must.

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  • Viel Wasser. Pro Person solltet ihr mindestens 2 Liter dabei haben – dementsprechend also auch einen Rucksack.
  • Ein Sandwich, einen Müsliriegel und einen Apfel. Oder wonach dir eben so ist nach 2 Stunden strammem Marsch bergauf. Keine Widerrede, das halbe Kilo ist auch noch drin.
  • Ein Erste-Hilfe-Kit. Das klingt paranoid und übervorsichtig, aber ihr seid mindestens vier Stunden unterwegs und das oft mutterseelenallein. Desinfektionsspray, Verbandszeug und ein Handy mit der lokalen Notrufnummer (!) sollten unbedingt dabei sein.

Wieder nach unten sind wir dann übrigens auch mit der Seilbahn gefahren – einmal auf dem Berg ist sämtliche Energie aufgebraucht und man nimmt es sogar in Kauf, mit den Sissies die zu faul für den Aufstieg waren in einer Kabine zu stecken 😉

Wer weniger Zeit hat aber trotzdem auf den Tafelberg will, setzt natürlich aufs Cable Car. Die Seilbahn fährt im Winter von 8 – 17 Uhr, im Sommer von 8 – 20:30 Uhr und kostet 225 Rand. Kinder zahlen 115 Rand, im Sommer kosten die Tickets nach 18 Uhr oft nur noch die Hälfte – und der Sonnenuntergang von hier oben muss magisch sein.

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