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Gänsehaut an der Golden Gate Bridge, San Francisco

Ich wusste nicht, wo ich anfangen soll. Da liegt seit drei Wochen dieser Ordner namens SFO Jan 15 auf meinem Desktop, er ist randvoll mit wunderschönen Erinnerungen und Geschichten, und ich traute mich kaum, ihn anzurühren. Die vergangenen zwei Wochen lautete die Frage ja auch eher, wann anfangen, aber jetzt hatte ich (meine Art von) Wochenende und pendelte zwischen Fitnessstudio, Bett und Küche hin und her – und wusste ganz einfach nicht, wo anfangen. Die Menschen? Die Cafés? Die Viertel? Der Ausflug zu den Muir Woods?

Aber dann ist mir wieder eingefallen, was mich zurück in Deutschland eine Freundin zuallererst gefragt hat, eine Frage nämlich, die ich eigentlich hasse: Was hat dich denn dort am meisten beeindruckt? Als ob man das so einfach sagen könnte, nach drei Tagen an einem fremden Ort. Nur – diesmal konnte ich es.

Golden Gate Bridge SFO

Ich fliege seit sechseinhalb Jahren mehrmals im Monat um die halbe Welt. Ich habe mittlerweile alle Kontinente abgeklappert, ich habe mich in China verlaufen und war in New York feiern. Da kann man schon mal ein bisschen abstumpfen, das sage ich ganz ehrlich. Man ist nicht mehr so leicht zu beeindrucken, von einem Sonnenuntergang am Strand nicht und von einem Whirlpool im achten Stock noch weniger, das klingt ganz furchtbar, aber so sind wir Menschen nun mal. Manchmal habe ich Angst irgendwann vor der Chinesischen Mauer zu stehen und unbeeindruckt mit den Schultern zu zucken.

Und dann kam die Golden Gate Bridge.

Wir fuhren von der Stadt aus Richtung Brücke, es war bitterkalt und der Himmel blau, aber in der Bucht hing – wie für San Francisco typisch, habe ich mir sagen lassen – dichter Nebel. Kurz dachte ich schon Na toll, biste hier und siehst nix von der Brücke, klasse. Und dann fuhren wir um eine Kurve, rechts ein großes Loch im Buschwerk, und ich ließ fast den Kaffeebecher in meiner Hand fallen. Als wir auf dem Parkplatz ausstiegen, schaute ich meine Kollegin nur ungläubig an. Da lag diese Brücke, und sie war rot, unter ihr der Nebel und über ihr nichts als blauer Himmel und Sonne.

Wow Moment SFO

Golden Gate Bridge

Neben der Brücke flatterten Kolibris, wir fuhren mit wehenden Haaren auf die andere Seite der Brücke. Dort beneidete ich einen Haufen Skandinavier um ihren Kalifornien-Roadtrip von dem sie mir über eine lässig im Mundwinkel hängende Selbstgedrehte hinweg erzählten, und auch ohne daran zu ziehen bekam ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Golden Gate Bridge Gegenlicht

Und auf einmal wusste ich wieder, wie sich diese Flashs anfühlen die ich am Anfang der Fliegerei ständig hatte. Dieses surreale Gefühl, wenn man etwas schon hunderte Male auf Fotos gesehen hat – und es in der Realität noch so viel beeindruckender ist als auf allen Bildern (anders als zum Beispiel die Pyramiden von Gizeh). Diese unfassbare Dankbarkeit für einen Job, der mich an diese Orte bringt. Dieses große Glück, dank Instagram & Co all das mit euch teilen zu können.

Die Golden Gate Bridge, liebe T., die hat mich am meisten umgehauen in San Francisco. Dicht gefolgt von der Stimmung, von den Menschen und dem allgemeinen Dasein in dieser Stadt. Von der Lage, von der Möglichkeit, innerhalb einer halben Stunde am Strand zu stehen, von der Tatsache, dass diese Stadt mich so überhaupt nicht enttäuscht hat. Aber diese Brücke, die ist nur ein kleiner Teil. 250 jpgs to go.

Watch Out SFO

SFO Skyline

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