Thoughts, Travel & Wanderlust
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Freunde und Reisen und die Kombination aus beidem

Eigentlich wollte ich diesen Text von den travelettes einfach in die Wochenendklicks packen. Aber je länger ich ihn las, desto mehr Gedanken kamen mir dazu. Jetzt war ich gerade vier Tage allein in der Schweiz unterwegs, das war nicht geplant, eigentlich hätte ich lieber Gesellschaft gehabt. Aber so ein paar Tage allein sind ja auch nicht schlecht zum Nachdenken, zum Vermissen und zum Wertschätzen.

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Ich bin wirklich nicht oft dort, wo meine Freunde sind. Und manche Menschen kommen damit nicht klar. Manche Menschen können Freundschaften (oder Beziehungen) nur vor Ort führen, mit täglichem Kontakt und uneingeschränkter Nähe. Das kann ich schlichtweg nicht bieten – muss ich aber auch gar nicht.

Weil ich weiß, wie glücklich ich mit den Menschen bin, die auch anders können. Die Verständnis dafür haben, dass man manchmal oh so busy ist. Mit denen es sofort wieder klick macht, auch nach einem halben Jahr mangelnden Austauschs. Und die wissen, wie gerne ich auch mal alleine durch die Welt tanze. Zum Beispiel, weil es ihnen selbst genauso geht.

Weil es Menschen in meinem Leben gibt, die ich nicht mal monatlich sehe, und die mir trotzdem so nahe sind wie kaum jemand sonst. Die verstehen, was mich an einer Sache stört, noch bevor ich zu Ende gezetert habe. Auf diese Menschen bin ich sehr stolz.

Weil manche Leute nicht einfach den Kopf darüber schütteln, dass man mit mir nie einen Termin findet, sondern das Zeitfenster suchen in dem wir beide können, sich in den Zug setzen und zu mir kommen. Oder spontan den selben Flug buchen und mich auf meiner Reise begleiten.

Weil es Menschen gibt, die mir zusammenhangslos Bilder per whatsapp schicken weil sie an mich denken müssen, und noch nicht mal eine Antwort erwarten. Sich aber freuen, wenn ich dann an einem Mittwochnachmittag unvermittelt anrufe.

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Natürlich gibt es auch Passagen in Ritas Text, die ich nicht unterschreiben kann und will. True friends don’t expect anything, they are grateful for every moment they share with you zum Beispiel. Ich möchte schon Dinge von meinen Freunden erwarten können.

Dass sie da sind, wenn ich sie wirklich brauche. Und dass sie mir deutlich sagen, wenn sie mich jetzt mal wirklich brauchen. Dazu muss man nämlich erstmal in der Lage sein, statt eingeschnappt darauf zu warten dass jemand riecht, wenn eine Umarmung gerade nicht reicht.

Dass sie sich für mich freuen, wenn mir Gutes widerfährt, statt argwöhnisch mitzulächeln. In Neuseeland habe ich gelernt, dass mir das besonders wichtig ist an Freunden: Dass sie nicht neiden. Dass sie nicht nur die Oberfläche sehen. Dass sie fragen, wie es mir geht, statt anzunehmen, dass alles toll ist. Denn man kann sich auch in einem der schönsten Länder der Welt einsam fühlen.

Dass sie mir vertrauen. Ich hatte mit fünfzehn mal eine Phase, in der ich wesentlich mehr gelogen (oder sagen wir mal, geflunkert) habe, als nötig war. Weil ich das Gefühl hatte, es allen recht machen zu müssen. Ich bin damit gehörig auf die Schnauze geflogen, und habe daraus gelernt: Ich kann es nicht allen recht machen. Die Leute, die wichtig sind, wissen das auch.

Ich erwarte diese Dinge, weil ich weiß dass ich sie zurückgebe. Dass ich gönne, dass ich teile, dass ich vertraue, dass ich wach bleibe und mir die selben Sorgen auch zum zweihundertsten Mal anhöre, auch, wenn wir uns mal wieder wochenlang nicht gehört haben. Weil ich wiederum weiß: Diese Menschen würden das selbe für mich tun.

Freunde

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