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Ein Tag am Lake Tahoe – Ausflug von San Francisco

Enthält bestimmt irgendwo Werbung, wenn man dem aktuellen Medienrecht glaubt.
Bezahlt wurde ich für nichts, hab eher unverhältnismäßig viel Geld für 48 Stunden ausgegeben.

Ich hatte vor einer ganzen Weile schon davon erzählt, wie ich es momentan genieße meine Layover durch ein bisschen Pobackenzusammenkneifen und Schlafmangelinkaufnehmen zu kleinen Kurzurlauben umzufunktionieren. Der Day Trip nach Big Sur im Frühjahr diesen Jahres war ein Beispiel dafür – wenige Wochen später ging es wieder nach San Francisco und direkt weiter im Programm. Ein weiteres Ziel, das ich immer für zu weit weg fürs Layover gehalten hatte, wurde ins Navi des Mietwagens eingetippt:

Von San Francisco zum Lake Tahoe

Der Lake Tahoe liegt in der Sierra Nevada, direkt auf der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada, und je nach Verkehr um die vier Autostunden von San Francisco entfernt. Definitiv zu viel für einen Day Trip, aber eigentlich auch zu viel, um direkt nach dem Flug loszufahren – da ist Sekundenschlaf vorprogrammiert. Dank eines hochmotivierten und textsicheren Tag Teams, meiner Roadtrip Playlist, viel Kaffee und einem obligatorischen Stop bei Five Guys schafften wir es dennoch, am Ankunftsabend gesund und munter, wenn auch übermüdet, in South Lake Tahoe statt in San Francisco Downtown in die Hotelbetten zu fallen.

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Sprouts Café (South Lake Tahoe) starteten wir am nächsten Morgen die Umrundung des knapp 500 Quadratkilometer großen Sees. Das lässt sich entspannt an einem Tag machen; wenn man nicht an jedem Vista Point anhält hat man genug Zeit, an den Highlights auch mal einen kleinen Hike auf einen der Hügel zu machen oder in der Emerald Bay bis runter zum (völlig überbewerteten, 1929 im nordischen Stil erbauten) Herrenhaus Vikingsholm zu spazieren. Wir starteten wie gesagt in South Lake Tahoe Richtung Osten und umrundeten den See gegen den Uhrzeigersinn.

 

Unser erster Stopp war irgendein Vista Point an der Ostseite des Sees. Es roch nach Pinienwald – für mich seit frühen Kindheitserinnerungen am Atlantik mit Urlaubsgefühlen verbunden – die Sonne schien und das Wasser lag glasklar, eiskalt und leuchtend türkis vor uns. Wir trotzten dem Wissen, erst am Anfang unseres Tages zu sein, und setzten uns auf die Steine am Ufer, spazierten die trockenen Wege entlang und staunten über die schneebedeckten Gipfel am anderen Ufer.

 

Tatsächlich befand sich Lake Tahoe damals im Mai gerade im Umbruch zwischen Ski- und Badesaison: Der See ist genauso bekannt für seine Strände wie für seine Skigebiete. Und so konnten wir noch weiße Schneebänder zwischen Sesselliften erahnen, während es einige Verrückte schon ins kalte Nass zog. Aktuell wird es nun schon wieder Winter am See und die Skisaison steht bevor, noch liegt aber kein Schnee.

Den Stopp am empfohlenen Kings Beach hielten wir trotzdem recht kurz, da er weniger idyllisch war als angenommen. (Grundsätzlich kann man vieles, was die Amerikaner als Recreation Area bezeichnen, getrost auslassen: Meist sind das genau die Orte, die durch zu viel Gemenschel kaputt gemacht wurden.)

 

Wir wollten lieber nach oben und hielten in Idlewild etwas südlich von Tahoe City an, um auf den Eagle Rock zu klettern. Was die Amis hier als Hike verkaufen ist ein etwas steilerer Spaziergang: Nach einem guten Kilometer und ein bisschen Gekraksel gegen Ende steht man auf dem felsigen Plateau mit beeindruckender Sicht über den See, und wenn man will ist man nach zwanzig Minuten wieder am Auto. Wir blieben etwas länger, weil:

 

Der letzte obligatorische Halt, bevor uns die Vernunft zurück nach San Francisco zog: Die Emerald Bay. Die Bucht mit der kleinen Fannette Island (übrigens die einzige Insel im Lake Tahoe) ist schon wirklich besonders hübsch anzuschauen. Der Spaziergang runter zum Wasser ist nett, aber kein Must-Do, finde ich – dort steht zwar das bereits erwähnte nordische Herrenhaus Vikingsholm, das ist aber zumindest für uns Europäer weniger spektakulär.

 

Wir stiegen letzten Endes am späten Nachmittag schweren Herzens wieder ins Auto. Noch so zwei, drei Tage am See, möglicherweise auf einem Boot, das hätten wir schon ausgehalten. Aber wer nicht wegfährt, kann schließlich auch nicht wiederkommen. Und das wäre in diesem Fall wirklich schade.

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