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Cuteness Overload in Kapstadt: Pinguine am Boulders Beach

Es gibt viele Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in und um Kapstadt. Der Tafelberg, Lion’s Head, Robben Island. Das Kap der Guten Hoffnung, Muizenberg, Stellenbosch. Dass ausgerechnet dieses eins meiner absoluten Highlights des ganzen Trips werden sollte hätte ich wohl selbst nicht geglaubt: Wer mich kennt weiß, dass ich jegliche touristische Vermarktung von Tieren ablehne, Zoos meide und die eine Ausnahme, die ich mal machte als ich mit Löwenbabies in einem fragwürdigen Sanctuary in Johannesburg schmuste, in mir drin ein bisschen bereue (though… #theflausch!). Und dann stehe ich da und zahle Eintritt um mir von einer Plattform aus Pinguine anzusehen? Oder gar um… mit ihnen zu plantschen?

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Die Pinguinkolonie von Boulders Beach

Keine 45 Autominuten von Kapstadt entfernt liegt Simon’s Town. Das Städtchen mit rund 7.000 Einwohnern diente dank seiner Lage in der False Bay lange als Marinestützpunkt, der Einfluss der britischen Kolonialmacht ist in jeder Straße offensichtlich, aber das ist nicht der Grund, warum die Touristen hierher kommen, nachdem sie die bunten Strandhäuschen von Muizenberg besichtigt haben. Der Grund liegt ein paar Minuten südlich von Simon’s Town und heißt Boulders Beach.

Eigentlich ist die knapp 2000 Vögel starke Pinguinkolonie von Kapstadt am Strandabschnitt Foxy Beach beheimatet. Sie wird durch Absperrungen vor uns Menschen geschützt, aber zwei Stege führen so nah an den Strandabschnitt heran, dass man wenn man sich ganz weit über ihre Absperrungen hinauslehnt und die Hand ausstreckt fast mit Pingu & Co Flossen schütteln kann. Könnte, denn natürlich kommen die Brillenpinguine ganz so nah dann doch nicht heran. Gestört scheinen sie sich durch die Laienbrille geblickt aber auch nicht so wirklich zu fühlen – oder ist das die Verklärung und der Wunschgedanke?

Aber das eigentliche Highlight ist ohnehin nicht die überfüllte Aussichtsplattform (ihr konntet es auf Snapchat sehen) an Foxy Beach – sondern der eigentliche Strand von Boulders Beach. Einer der wenigen Strände rund um Kapstadt, deren Besuch kostenpflichtig ist – aber wohl auch einer der einzigen Strände dieser Welt, an denen man mit Pinguinen schwimmen gehen kann.

Schwimmen gehen mit Brillenpinguinen – sounds like a dream?

Für mich klingt das erstmal furchtbar. Es klingt nach Sea Life und resignierten, zugrunde dressierten Tieren. Ich wollte das ganze trotzdem sehen, irgendetwas sagte mir, dass es sich lohnen würde. Dieses Gefühl bestätigte sich nicht, während ich auf der Besucherplattform stand. Es bestätigte sich auch nicht, als wir mit unseren Sandalen in der Hand den dicht bevölkerten Boulders Beach entlang schlenderten. Es bestätigte sich genau dann, als wir uns am Ende des Strandabschnittes zwischen Felsen hindurchgezwängt, über sie geklettert und unter ihnen durch gekrabbelt waren. Und es plötzlich nur noch wir waren, nur noch wir und ein paar andere ins gute Leben verliebte Menschen – und ein paar Pinguine, die uns scheinbar genauso spannend fanden wie wir sie.

Der Afrikanische Pinguin wurde 2010 vom gefährdeten zum vom Aussterben bedrohten Tier erklärt. Von 150.000 brütenden Paaren 1956 waren 2010 26.000 übrig, über 50 Jahre hatte sich die Bevölkerung also um 8o Prozent reduziert. Die Kolonie am Boulders Beach dient also tatsächlich dazu, die Spezies zu retten, auch wenn es konstant weniger Vögel werden, die hier brüten – was durch Überfischung, globale Erwärmung und Verschmutzung der Meere begründet wird, aber auch mit der Zerstörung der natürlichen Lebensräume und selbstverständlich auch verantwortungslosem Tourismus zu tun hat. Mind it!

The Facts: Boulders Beach

  • Ja, man kann hier tatsächlich “mit Pinguinen schwimmen” – aber es gilt eine ganz klare DO NOT TOUCH Policy! Die Pinguine stehen unter Naturschutz (und haben messerscharfe Schnäbel)… wer den Pinguinen einmal zu Nahe wird dies aber ohnehin beherzigen.
  • Am besten folgt man ab Simon’s Town der Beschilderung nach Boulders Beach und lässt sich dort von den Parkplatzwächtern einen Parkplatz zuweisen. Alle Parkplätze sind nur wenige Gehminuten vom Strand entfernt.
  • Ich empfehle, zuerst dem Pfad nach Foxy Beach zu folgen und die Pinguine von der Plattform aus zu beobachten – wer anschließend den Weg in die Bucht hinter Boulders Beach auf sich nimmt weiß das Ganze noch mehr zu schätzen und entwickelt einen gesunden Respekt vor den Pinguinen.
  • Boulders Beach ist im Winter (April bis September) von 8 bis 17 Uhr, im Sommer (Oktober bis März) von 8 bis 18:30 geöffnet.
  • Von Kapstadt aus folgt man entweder der M4 nach Simon’s Town – oder, wie wir es gemacht haben, über die M3 oder die M5 via Muizenberg und Fish Hoek nach Simon’s Town. Ergo: Wer ohnehin nach Muizenberg und ans Kap der Guten Hoffnung fahren will, sollte unbedingt in Boulders Beach vorbeischauen!

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3 Kommentare

  1. Pinguine sind einfach tolle Tiere und ich kann absolut verstehen, dass sie so eine Touristenattraktion sind. Denke, so lange die Tiere sich nicht durch die Menschen gestört fühlen oder von Ihnen gezwungen werden dort als Selfie-Push zu fungieren, ist der Besuch dort vollkommen in Ordnung. Nichtsdestotrotz kann ich deine Bedenken total verstehen und finde deine Einstellung diesem Thema an sich genau richtig und lobenswert!

    Liebe Grüße
    Linn

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