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Auskatern in Chennais Hipster Place: Das Eco Café / Chamiers / Anokhi

Was macht man so, wenn man Sonntag morgens mit fettem Schädel in einem dieser übertrieben geilen Hotelbetten aufwacht, den Einlassstempel im Schlaf schön zärtlich auf den Hals abgedrückt und im Hinterkopf (oder im Magen) das ungute Gefühl, irgendwann doch noch einen vierten Gin Tonic bestellt zu haben? Und vor allem: Was macht man, wenn die Geräuschkulisse vor dem Fenster aus lautem Hupen und dem Rufen der TukTuk Fahrer besteht und einem schlagartig klar wird: Achso, ich bin ja in Indien?!

Noch viel besser ist ja eigentlich die Frage: Was macht man Samstag abends in Indien? Mir war das nicht so ganz klar, aber scheinbar wohne ich seit Jahren bei jedem Aufenthalt in Chennai über einem der Clubs der indischen Metropole – und meine indischen Kollegen hielten es für unumgänglich, mir diese Unkenntnis auszutreiben. Nix zum Anziehen im Koffer? Was solls, I’m all in, dann eben mit Sandalen in den Club.

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Was da los war! Ich stand erstmal nur mit offenem Mund am Rand und war vollkommen perplex. Jaja, prüdes Indien, davon war hier aber nichts zu sehen. Bollywood Filme sind ja so überhaupt nicht übertrieben! Zu irgendwelchen Trance Hits aus dem letzten Jahrzehnt wurde hier an einem Ort, der optisch genau so gut in einem Hotel in Bukarest, Berlin oder Birmingham hätte sein können, eine Show abgeliefert… Also nur so viel, gegen die Tanzkünste der (hauptsächlich männlichen) Inder sahen meine männlichen Kollegen (und ja, ziemlich sicher auch ich) aus als hätten wir uns auf dem Flug statt Wasser Beton reingekippt. Also nochmal: Was solls mit der schlechten Musik, I’m all in, wäre ja nicht die erste musikalische Bad Taste Party auf der ich in meinem süßen Leben getanzt habe. Großartig wars!

So, und dann also der besagte nächste Morgen. Liebe Freunde. Ein Glück, dass meine Ortskenntnis nicht in allen Belangen so mangelhaft war wie in denen des Nachtlebens. Ein paar Schritte vom Hotel entfernt befindet sich nämlich ein Ort, den ich gerne als das Hipster Café Chennais bezeichne. Absolut westlich, und ich werde einen Teufel tun und jetzt hier anfangen darüber zu diskutieren ob das jetzt gut oder schlecht ist mit dieser Globalisierung. Für meine verkaterten Frühstücksbedürfnisse war es jedenfalls ausnahmslos gut, mit typisch indischem Frühstück wäre ich nämlich nicht besonders weit gekommen.

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So verquollene Augen habe ich entweder, wenn ich in der Nacht irgendwann geheult habe – oder wenn dieser verdammte vierte Gin Tonic im Spiel war. Aber gut, zuprosten und die Fingerchen schön ladylike halten konnte ich da ja schon wieder.

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Um ins Eco Café zu kommen, muss man erstmal durch ein kleines Shoppingparadies für gut betuchte Europäer, die sich zu fein sind um zum Einkaufen von Paschminas und anderen Souvenirs wie jeder normale Mensch auf den Markt zu gehen. Scheiß auf den Amethyst-Room, ich will Kohlenhydrate und Elektrolyte!

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Ja genau, diese Treppe müsst ihr dann hoch um mit Continental Breakfast, leckeren Sandwiches oder sowas wie italienischer Küche belohnt zu werden. Achso, die Adresse für alle, denen es irgendwann in Chennai mal genau so geht: Probiert es beim TukTuk Fahrer eurer Wahl mit Eco Café / Chamiers / Anokhi, wie ihr wollt, eins davon wird er verstehen. Wenn ihr zu Fuß unterwegs seid findet ihr es in der Chamiers Road. Gegenüber ist übrigens ein kleines Day Spa mit der übertriebendsten Massage aller Zeiten. Boah, kotzen jetzt alle Backpacker die das jemals lesen werden!

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