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10 Days in Cape Town – wie soll man sich nicht in Kapstadt verlieben?!

Lange, lange Zeit war für mich klar, dass ich jeden Urlaub an einem anderen Ort dieser Erde verbringen möchte. Nachdem wir in meiner Kindheit jeden Sommer in der Nähe von Bordeaux und jeden Winter in St. Anton verbracht haben (ich habe es geliebt!), entdeckte ich in meinen Teenager-Jahren das Backpacken und Roadtrippen für mich, und spätestens mit dem Fliegen wurde das Thema Fernreisen und Metropolen-Hopping bei mir ganz groß. Klar fand ich Sri Lanka letztes Jahr unfassbar schön und würde jederzeit wiederkommen – aber es gibt doch noch so viel mehr zu entdecken! Dachte ich. Und jetzt ist Kapstadt passiert, und plötzlich glaube ich das Urlaubsziel gefunden zu haben, wo ich jeden Frühling wieder hin will. Um nach einem langen Winter Sonne zu tanken. Um so entspannt wie nie aufzutauen. Um das echte #GoodLife zu leben. Und weil Kapstadt einfach Kapstadt ist.

Cape Town

How not to fall in love with Cape Town? Da soll mir mal einer ein Manual schreiben.

Ich übertreibe nicht. Diese Stadt ist der Wahnsinn, rundum und komplett. Als wir unseren Urlaub planten – drei Mädels mit dringendem Auszeit-Bedürfnis – wurden uns die wildesten Fragen gestellt:

Ist Kapstadt nicht total gefährlich?

I-Wo! Kapstadt gilt als die sicherste Stadt Südafrikas. Selbstverständlich, es ist immer noch Afrika, das Thema Apartheid ist auch 20 Jahre nach ihrem offiziellen Ende Thema und die Wohlstandsschere in und um Kapstadt ist groß. Wenn man ein paar einfache Regeln beherzigt (Nachts nicht alleine herumlaufen, im Zweifelsfall immer lieber ein UBER als ein Taxi nehmen, die Alarmanlage nutzen und das Auto ab Einbruch der Dunkelheit und in unsicheren Gebieten immer von innen abschließen) ist Kapstadt aber tatsächlich sicher. Ich habe mich – bis auf den Moment, als nachts die Alarmanlage der Nachbarn auslöste und ich vor lauter “antrainierter” Paranoia glaubte, Schritte auf unserer Terrasse zu hören – durchweg sicher gefühlt.

Auch nicht für 3 Mädels?

Nein. Generell gilt für alleinreisende Frauen für mich immer: Schultern breit, Kopf hoch und offenes Lächeln. Fester Schritt, bestimmte Sprache. Wir hatten diesbezüglich in Kapstadt keine einzige unangenehme Situation.

Sind 10 Tage nicht viel zu lang? Wie lange sollte man für Kapstadt einplanen?

Wir sollen doch lieber noch die Garden Route anhängen oder nach Johannesburg weiterfliegen, rieten uns viele. Klingt vernünftig, schließlich hätte man aus den 10 Tagen noch viel mehr rausholen können. Aber das war nicht der Ziel unserer Reise. Uns ging es um Urlaub, und so hätten wir in Kapstadt auch locker 3 Wochen verbringen können. Wir haben es allerdings auch entspannt angehen lassen: Jeden Tag maximal ein geplanter Programmpunkt, den Rest in den Tag hinein leben, sich treiben lassen – und dabei die schönsten Ecken entdecken.

Wollt ihr in Kapstadt wirklich selbst Auto fahren?

Ja, und ich würde es jederzeit wieder tun. Ich bin eine ziemlich souveräne Fahrerin, bin Automatikgetriebe seit Jahren gewohnt und habe das mit dem Linksverkehr schon mal in Neuseeland ausprobiert, trotzdem gilt es natürlich, sich langsam an den ungewohnten Verkehrsfluss zu gewöhnen. Nach einem Tag fährt man aber wie ein Fisch im Wasser – und der südafrikanische Verkehr ist nicht anstrengender als der (süd-)europäische auch. Wir haben super Erfahrungen mit der Hertz Autovermietung auf der Loop Street gemacht.

Und wo wollt ihr wohnen?

Die meisten hätten an dieser Stelle sicher am liebsten gehört, dass wir in einem Hotel mit Sicherheitsdienst absteigen. Aber auch das hätte nicht zu unserer Vorstellung von Urlaub gepasst. Stattdessen haben wir uns für AirBnB entschieden – die Wohnung werde ich euch die Tage noch ausführlich zeigen. Jetzt schon mal ein Hint: Ich würde es jederzeit wieder so machen!

Sightseeing in Kapstadt: Es geht doch nichts über den roten Bus

Für den ersten Tag in Kapstadt würde ich jedem trotz aller Traveler-Erfahrung immer den Hop on Hop off-Bus empfehlen. Ich finde es sinnvoll, sich an den ersten Tagen in einer Stadt einen groben Überblick zu verschaffen um herauszufinden wo man es besonders schön findet, wo man nochmal mit mehr Zeit hin will und vor allem, um sich geographisch einzufinden. Nach einer Tour im roten Bus ist die ungefähre Lage der wichtigsten Spots klar und man weiß, welche Tagestouren sich lohnen. Wir haben uns für die Red City Tour entschieden, die auch an der Cable Car Station von Table Mountain hält und bis nach Camps Bay rüber fährt, und sind anschließend noch am Stop 5 in der Long Street in die Yellow Downtown Tour umgestiegen um einen Überblick über den District Six zu bekommen.


Alles in allem sollte man für beide Hop on Hop off-Touren zusammen ohne groß auszusteigen 2 – 3 Stunden einplanen.

Die V&A Waterfront: Eigentlich nur für Robben Island einen Besuch wert

Ich muss die Überschrift etwas relativieren – ja, die Waterfront ist krasser Touri-Scheiß, aber auch hier gibt es echte Lichtblicke wie die V&A Waterfront Market Hall oder das Watershed, wo man tollen Schmuck und lokale Kunst kaufen kann (und, wir haben es extra für euch getestet, auch ziemlich leckeres Eis).

Die Ohrringe in diesem Bild habe ich zum Beispiel direkt am ersten Tag im Watershed gekauft und trage sie seitdem fast jeden Tag. Und auch das Frühstück im Vovo Telo kann sich sehen lassen. Trotzdem war die Waterfront für uns in erster Linie Mittel zum Zweck, nämlich, um auf Robben Island zu kommen.

Eins der Must Dos in Kapstadt: Robben Island

Robben Island

Nirgends habe ich so wenige Fotos gemacht, nirgends habe ich so wenig gesprochen wie auf Robben Island. Die Stimmung hier ist drückend, man entwickelt gleichzeitig eine leise Demut und einen lauten Ekel, eine konstante Ungläubigkeit und einen riesigen Respekt den ehemaligen Insassen gegenüber, die Tag für Tag in das Gefängnis zurückkehren in dem sie jahrelang aus reiner Willkür und Unmenschlichkeit gesessen haben und dort mehr oder weniger interessierte Touristen herumführen. Die Touren nach Robben Island kosten für Erwachsene 300 Rand und starten jeweils um 9, um 11 und um 13 Uhr. Je nach Wetter finden sie jeden Tag statt, sind aber oft ausverkauft, weshalb es sich lohnt die Tickets vorab online zu kaufen. Die Webseite von Robben Island ist allein schon wegen der virtuellen Tour einen Besuch wert.

Sonne im Herzen und bunte Häuser vor den Augen: Ab nach Muizenberg und ans Kap der Guten Hoffnung!

Nach diesem eindrucksvollen Erlebnis ist ein Ausflug nach Muizenberg genau das richtige – und zu den Pinguinen am Boulders Beach, aber dazu bald mehr. Muizenberg, dieser Ort am Strand, dessen Name kein Europäer bei den ersten drei Versuchen richtig ausspricht, ist einen Ausflug wert und am besten mit einem Ausflug ans Kap der Guten Hoffnung zu verbinden. Wir haben morgens unser Mietauto abgeholt, haben uns Croissants und Cappuccinos bei Loaves on Long eingepackt und saßen eine gute halbe Stunde später am Strand von Muizenberg. Und da stehen sie dann, die perfekt aufgereihten bunten Badehäuschen, die man aus jedem Reiseführer kennt. Achtung: Nicht enttäuscht sein von den läppischen fünf Häuschen direkt am ersten Abschnitt, wer weiter geht findet doch noch einige mehr!

Muizenberg ist das Surferparadies schlechthin – wären da nicht die rauen Mengen an Weißen Haien, die der False Bay immer wieder ihren Besuch abstatten, also immer die Augen aufhalten und auf die Haiwarnungen achten, auch als Schwimmer.

Lisa Cape Town Love

Über das niedliche St. James und das beschauliche Simon’s Town mit seinen Pinguinen geht es dann weiter zum Cape Point und dem Kap der Guten Hoffnung – nur etwa eine Stunde dauert die Fahrt von Muizenberg entlang der M4 zum Cape Point. Dort kann man entweder den richtigen Parkplatz erwischen, um möglichst schnell am Aussichtspunkt zu sein – oder man macht es wie wir, ignoriert die recht mangelhafte Schuhwahl und stampft auch in Wedges oder Birkenstocks an Straußen und rauen Klippen vorbei den langen Weg zum Kap der Guten Hoffnung.

Wer mehr Zeit hat als wir sollte aus folgendem Grund unbedingt auch den Bikini einpacken:

Diaz Beach

Und nachdem dann alle möglichen mehr oder weniger guten Witze über Hoffnung & Co gemacht wurden und sich die Sonne langsam gen Horizont senkt, geht es von hier aus entweder direkt in 1 1/2 Stunden oder mit diversen wunderschönen Fotostops (ich sage nur: Kommetjie! Misty Cliffs! Clifton!) in guten 2 Stunden über die M6 zurück nach Kapstadt.

Kontrastprogramm auf der anderen Seite: Bloubergstrand und die Westküste

Kapstadt hat quasi zwei Seiten: Die mediterran-anmutende Eastcoast mit ihrem verhältnismäßig warmen Wasser, den lauschigen Strändchen und den bunten Badehäusern, und die raue, windige Westcoast. An den Bloubergstrand verschlug es uns eher unbeabsichtigt, aber wir hätten diesen Moment nicht missen wollen als wir mit nackten Füßen und zugezurrten Jacken den Strand entlang liefen, bei etwas eingeschränkter Sicht aber mit direktem Blick auf den Tafelberg und die Skyline von Kapstadt.

Der perfekte Abschluss: Sunset Picnic auf Signal Hill

Die Liebe war groß während dieser Tage, durchgehend, von Anfang bis Ende. So sehr, dass wir uns kaum losreißen konnten von Kapstadt – und so sehr, dass wir jetzt wissen: Wir werden immer wiederkommen. Im Idealfall in genau dieser Konstellation, gerne mit Anhang, vielleicht auch ohne.

Zehn Tagen mit den engsten Mädchen, das ist ein absolutes Geschenk, und das dann auch noch in einer Stadt wie dieser – der Himmel auf Erden. Dementsprechend kitschig mussten wir diesen Urlaub also auch zum Ende kommen lassen. Das Sunset Picnic auf dem Signal Hill, mit Salat und Snacks vom Neighbourgoods Market auf der Picknickdecke und einer letzten Flasche Weißwein in der Hand, war ein gebührender Abschied von Cape Town.

Ich würde empfehlen etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang auf Signal Hill einzutrudeln, es sich gemütlich zu machen und die Aussicht zu genießen – und sich für den Weg nach unten ein uber zu rufen (Achtung: Hier oben gibt es kein wifi, also entweder Roaming nutzen oder einen netten Local fragen, ob man seinen Hotspot nutzen darf).

Zusammenfassend: Die absoluten Must Dos in Kapstadt:

Natürlich war das lange nicht alles, was wir an zehn Tagen in Kapstadt gemacht haben, und es warten noch viele weitere Posts auf euch. Trotzdem jetzt und hier schon mal eine Liste der absoluten Highlights, die ich nach und nach für euch verlinken werde:

  • Hop on Hop off Tour (Red City Tour und Yellow Downtown Tour), online 160 Rand, für eine erste Orientierung absolut zu empfehlen!
  • Die Robben Island Tour, 300 Rand, ist ein absolutes Must Do!
  • Ein Ausflug nach Muizenberg Beach sollte immer drin sein!
  • Mit Pinguinen plantschen am Boulders Beach – maximal touristisch aber auch maximal süß!
  • Das Kap der Guten Hoffnung darf natürlich nicht fehlen, wenn man schon mal so nah dran ist!
  • Eine Wanderung auf den Table Mountain ist kein Zuckerschlecken – aber die Aussicht entschädigt für alles!
  • Café Hopping quer durch Kapstadt – selten so eine hohe Coffeeshop-Dichte in einer solchen Qualität (und mit so viel Liebe fürs Detail) gesehen!
  • (Mindestens) ein Wine Tasting Tag in Stellenbosch – klar, oder?
  • Ein Samstagvormittag zum Auskatern auf dem Neighbourgoods Market! (Meinen Post dazu findet ihr hier auf uberding.)
  • Höchst romantisch: Sunset Picnic auf dem Signal Hill oder dem Lion’s Head!

Was sind eure Must Dos in Kapstadt? Oder wart ihr noch nicht da – und müsst jetzt unbedingt hin?

14 Kommentare

  1. Was für Bilder <3 Wirklich ein Traum.
    Da will man am liebsten sofort in den Flieger steigen und Adieu zu dem grauen Deutschland (zumindest hier bei mir) sagen 🙂

    Liebste Grüße
    AnnaTeresa

  2. Liebe Lisa,
    hach, danke für so viel Fernweh-Futter inkl. der schönen Bilder.
    Steht schon länger auf meiner To-Go-Liste – jetzt erst recht.
    Liebe Grüße Julia

  3. Julia sagt

    Wow, tolle Bilder! Danke für die ganzen Infos, freu mich schon auf alle weiteren Posts! Plane nämlich, meinen 30. Geburtstag im November in Kapstadt zu feiern und da kann ich gute Tipps immer gebrauchen!

    • Lisa sagt

      Liebe Julia, was für eine fabelhafte Idee! Einen besseren Ort könnte ich mir nicht vorstellen, und im November… Kapstadt im Frühling, das muss herrlich sein! Dann stay tuned, in den nächsten Wochen kommen noch ganz viele Kapstadt-Posts!

  4. Absolut tolle Fotos! Ich glaube, ich muss langsam doch mal über eine Reise nach Südafrika nachdenken…
    Liebe Grüße
    Thomas

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  9. Also ich habe auch einige Zeit in Kapstadt gewohnt, und habe mich dort ebenfalls die ganze Zeit über sicher gefühlt. Klar hört man immer mal wieder eine Alarmanlage. Aber meistens ist das ein Fehlalarm und der Tatsache geschuldet, dass dort einfach mehr Alarmanlagen präsent sind als bei uns.

  10. Pingback: Here’s to 2017 – and to the learnings of 2016: Be your own damn lighthouse! – Helle Flecken

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