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Zehn von Zwölf: Das Monthly Sum Up im Oktober

2017 ist nicht so mein Jahr, könnte man meinen, wenn man sich anguckt was in den letzten Monaten so hier auf dem Blog passiert ist: Fast jeder zweite Post ist ein Sum Up, dazwischen kommt nicht viel, egal wie häufig ich Besserung gelobe. Schuld ist nicht, dass in meinem Leben zu wenig passiert, sondern zum einen, dass ich meine Prioritäten im vergangenen halben Jahr zwangsmäßig anders legen musste – und zum anderen, dass ich bis heute noch kein Internet in meiner Wohnung hatte. Und auch wenn ich natürlich noch so viel offline vorbereiten könnte, ohne Internet schreibt es sich für mich einfach nicht gut.

Die Betonung liegt allerdings auf: Bis heute! Jetzt läufts nämlich! Und so hoffe ich, dass ich euch nicht zu viel verspreche wenn ich sage, dass es hier jetzt wieder bergauf gehen wird. Denn nach einem eher durchwachsenen vergangenen Monat steht im November wieder viel Gutes an. Aber dazu unten mehr.

The Highs of October

Der Oktober war ein launisches Biest. Genauso wie er zwischen goldenen Spätsommertagen und grauer Herbstsuppe hin- und herhüpfte, mischte er auch mein Privatleben ziemlich auf. Unnötig, könnte man sagen, aber trotzdem sind einige sehr schöne Dinge passiert. Dazu zählt natürlich vor allem der Semesterbeginn – ab sofort studiere ich im Masterstudiengang Medienentwicklung an der Hochschule Darmstadt und bin bisher absolut überzeugt, damit genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ein überschaubarer Haufen motivierter und vor allem sympathischer Kommilitonen; viel Eigeninitiative und freie Projekte sind das Gegenteil vom Studium an der Uni, wie ich es aus dem Bachelor kenne. Ich bin gespannt, wie sich das in den kommenden Monaten so entwickelt. Auf jeden Fall tut es – ich hatte es im letzten Sum Up schon angedeutet – gut, wieder etwas mehr Struktur in meinem Alltag zu haben.

Mein absolutes Highlight des Monats war aber das vorerst letzte Layover in Hongkong – tolle Kollegen, viele leckere Cocktails, durchtanzte Nächte, leckeres Essen und eine übelst anstrengende aber absolut lohnenswerte Wanderung auf Lantau Island… so könnte es nach meinem Geschmack wirklich immer sein! Der Post über die Wanderung ist immernoch in der Mache – shame on me dass es so lange dauert, aber hier greift wieder das Internet-Argument.

Und auch zu Hause gab es im Oktober durchaus schöne Momente. Schöne Begegnungen, für die ich sehr dankbar bin, tierischer Besuch in meiner Wohnung, Sonnentage. Die wohl liebevollste Email, die ich jemals bekommen habe, und das ausgerechnet an einem weniger liebevollen Tag. Man muss sich auf das Schöne fokussieren – und akzeptieren, dass es manchmal auch ein bisschen weh tut. Man stelle sich das Leben wie eine gemischte Tüte mit einigen sauren Schnüren vor. Dann gehts eigentlich.

We have to be comfortable with being uncomfortable. It’s the only was to heal.
– Mary Celeste Beall

The Lows of October

Ich hätte es nach der ersten Jahreshälfte nicht für möglich gehalten, aber der Oktober hielt einen weiteren der schmerzhaftesten Momente seit Jahren für mich bereit. Manche haben es in meinen Insta Stories mitbekommen – mich von meinem Elternhaus, das diesen Monat an seine neuen Besitzer überging, zu verabschieden fiel mir unheimlich schwer. In diesem Haus stecken so viele geliebte Erinnerungen, es war mein erstes richtiges Zuhause, das erste, das ich zeitweise teilte und bis zuletzt Zufluchtsort, meine Freunde sind hier ein- und ausgegangen und auf unzähligen Partys durchs Wohnzimmer getanzt. Hier alle Zelte abzubrechen hat unheimlich weh getan – umso schöner war es zu merken, dass mit diesem Ort nicht auch die Erinnerungen verschwinden. Und dass ich mich jetzt schon in der neuen Wohnung meiner großartigen Mutter ähnlich geborgen fühle. Die mir (wieder mal) gezeigt hat, dass wir im Endeffekt immer alles alleine schaffen, auch wenn es mal anders geplant war. Und dass es manchmal (oder auch: immer öfter) auch gut tut, notwendig oder erleichternd ist, Dinge gehen zu lassen, egal wie sehr man an ihnen hängt.

Weniger gut tut es, Menschen zu enttäuschen, und auch das habe ich diesen Monat gleich mehrmals auf die harte Tour lernen müssen. Ätzend, dass man damit meist genau die trifft, die es am wenigsten verdient haben. Manchmal wäre ich froh, hätte mein Verstand ein bisschen mehr Mitbestimmungsrecht, aber ich bin und bleibe eben ein Herzmensch.

Worth the Attention

  • In der zweiten Oktoberhälfte hat das für mich persönlich sehr wichtige #metoo für ordentlich Buzz gesorgt – und, wie so oft, wenn es um die Themen Sexismus und Feminismus geht, für viele hochgezogene Augenbrauen und Miss- bis Unverständnis. Mein ehemaliger Kommilitone Julian Dörr hat mit Wer Missbrauch verhindern will, darf den Feminismus nicht belächeln einen sehr treffenden Kommentar für die SZ geschrieben, in dem er auf den Punkt bringt, warum man gar nicht kleinlich genug sein kann, wenn es um Sexismus & Co geht:

Wer sexuelle Übergriffe verhindern will, der braucht Geschlechtergerechtigkeit, der braucht das Binnen-I, der braucht die Quote, der braucht gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Der Weg dorthin verlangt kleinliche, langwierige und frustrierende Arbeit. Aber sie ist notwendig. Diskriminierung und sexuelle Übergriffe werden nicht von selbst mit den jetzigen alten weißen Männern verschwinden. Diese Probleme sind strukturell. Und sie reproduzieren sich. Frauenfeindlichkeit hört nur dann auf, wenn sich die Kultur ändert. Mit anderen Worten: Frauenfeindlichkeit hört nur dann auf, wenn Männer damit aufhören.

Ebenso lesenswert: Man kann sich gar nicht genug empören.

  • Auch in der Hochschule beschäftige ich mich derzeit viel mit digitalem Aktivismus – und bin bei meiner Recherche durch digitalcourage auf The Circle (unter anderem mit Emma Watson und Tom Hanks) aufmerksam geworden, einen Film, der mich sobald wie möglich ins Kino um die Ecke ziehen wird. „Etwas zu wissen ist gut – aber alles zu wissen ist besser…“ – allein die Website zum Film sagt so viel.

  • Außerdem im Kino und nach der ersten Enttäuschung über die fälschlicherweise erwarteten Schock-Momente immer noch in meinem Kopf ist die Neuverfilmung von Es. Großartige Bilder, genialer Soundtrack. Am meisten begeistert hat mich aber das Halloween-Kostüm meines Freundes Tom.
  • Das Timing ist nicht nur wegen Halloween perfekt: Jetzt, wo es früh dunkel wird und ich Netflix endlich wieder nicht nur im Hotelzimmer nutzen kann, ist die zweite Staffel von Stranger Things angelaufen. Es wurde aber auch Zeit!
  • Auch Spotify macht wieder mehr Spaß, wenn man beim Mitträllern nicht das ablaufende Datenvolumen im Hinterkopf hat. Neu entdeckt und wohl der perfekte, etwas melodramatische Herbstsoundtrack: Das neue Album Aerial Perspective der Würzbürgerin Lilly Among Clouds.

  • Schon im September kennen- und sofort lieben gelernt: Die 7 Tage-Serie vom NDR. Perfekt für alle, die Dokus lieben und ebenso wie ich alle paar Wochen mal in einem anderen Job hospitieren würden. Meine Favoriten bisher: 7 Tage unter Truckern und – natürlich – 7 Tage auf der Alm.
  • Neben Kino und Serienabenden macht der Herbst auch wieder verstärkt Lust aufs Museum, Lust auf Kunst. Meine Freundin hat mich auf die Maria Sibylla Merian Ausstellung im Städel aufmerksam gemacht, wo ich tatsächlich seit der 200 Jahre Städel Feier vor zwei Jahren nicht mehr war. Es wird Zeit!

Favorites of the Month

  • Vor allem die letzten Wochen des Oktobers habe ich hauptsächlich dafür genutzt, den Nestbau in meiner Wohnung weiter voranzutreiben. Mitbringsel aus dem verkauften Haus, die mir viel bedeuten. Frische Blumen, natürlich. Endlich Bilder an der Wand. Beim Ikea-Besuch, bei dem ich eigentlich, selbstverständlich nur als Begleitung und zum Köttbullar-Essen dabei war, habe ich neben neuem Besteck auch neue Tassen und vor allem eine neue Teekanne gefunden – perfektes Timing für die Saison des Einkuschelns und Teetrinkens.
  • An die Wand geschafft haben es außerdem endlich die Gitter von Maisons du Monde. Die Kissen, die ihr in den Bildern seht und nach denen ich auf Instagram kürzlich so oft gefragt wurde, sind von Habitat und leider ausverkauft – ähnliche habe ich aber für euch bei AmbienteDirect gefunden.
  • Ich habe euch letzten Monat schon meine neue Lieblingskette vom Schmucklabel von The Good Store gezeigt – jetzt ist das Begehren groß, wenn es um diesen Armreif geht! Good things will happen soon – klingt nach einem guten Motto für 2018, oder?! Der Vintage Shop hat aber noch viel mehr geile Teile im Angebot: Die blaue Lederjacke von Lieblingslabel Ganni ist ein Träumchen, die Vintage-Heels von Acne, das Leinentop von Prada mit den blauen Knöpfen… und das Berliner Taschenlabel Coppius kannte ich vorher auch noch nicht. Herzen in meinen Augen.
  • Und wenn wir schon bei Vintage-Taschen sind: Mit-Darmstädterin Manu verkauft auf pt_manon tolle Vintage Designertaschen in super Zustand, zu absolut fairen Preisen und mit zuverlässiger Echtheitsprüfung. Besonders schön: Ein Teil der Einnahmen wird an soziale Einrichtungen gespendet. Die roséfarbene Tasche von Jil Sander, in die ich mich auf den ersten Blick verschossen hatte, war wenige Tage später weg – also schnell sein!
  • It’s sweater weather! Meinen absoluten Gute Laune-Pullover für den Herbst trage ich momentan munter rauf und runter. Ganni weiß einfach, was ich will. Naja, und Karima.

Anticipation Game: Vorfreude auf den November

Neben vielen Stunden an der Hochschule stehen im November auch privat recht viele Termine an – und zwar wunderbare. Unter anderem erfülle ich mir im November einen schon länger gehegten Wunsch und erkunde (leider nur kurz aber knackig) den Spreewald. Ich bin zur legendären Martinsgans bei einer meiner liebsten Freundinnen eingeladen, bekomme Besuch von einem meiner Herzensmenschen und fliege – wenn es dabei bleibt – mal wieder nach Delhi… hat also das Potenzial, ein gelungener Monat zu werden, der November! Und wer weiß: Vielleicht gibt es hier diesen Monat ja auch wieder mehr zu lesen.

Macht es euch schön!

8 Kommentare

  1. Liebe Lisa,

    ich kann gut nachempfinden, dass es dir schwer gefallen ist, dich von deinem Elternhaus zu trennen. Meine Eltern haben mein Elternhaus auch vor einigen Jahren verkauft und ich fand es auch schwer, mich davon zu lösen. Auch wenn es schon Jahre her ist, kann ich jedes Mal, wenn ich daran vorbeifahre, immer noch kaum glauben, dass jetzt andere Leute drin leben und finde es eigenartig, wie das Haus einerseits so vertraut und andererseits doch so ganz anders auf mich wirkt. Aber: Die schönen Erinnerungen bleiben bestehen und bestimmt entstehen auch bei dir viele neue Erinnerungen, die mit dem neuen Zuhause deiner Mutter verknüpft sind. Mir hat es auch sehr geholfen zu sehen, wie glücklich meine Eltern in ihrer jetzigen Wohnung sind und wie viel besser sie zu ihrem jetzigen Leben passt. Ich hoffe, das entwickelt sich bei euch auch so!

    Und ansonsten freu ich mich übrigens immer, wenn ein neuer Post von dir online geht – die Monthly Sum Ups lese ich am liebsten 🙂

    Viele Grüße,
    Kirsten

    • Liebe Kirsten, vielen Dank für deinen langen und emphatischen Kommentar! Ich kann mir das eigenartige Gefühl gut vorstellen, das du beschreibst – und finde es umso schöner, dass es dir auch so geht, dass die Erinnerungen mitkommen und du dich freuen kannst, wie gut es deinen Eltern mit der Entscheidung geht. Das hilft mir tatsächlich auch sehr!
      Und ich freue mich, dass dir die Sum Ups so gut gefallen, gerade weil in den letzten Monaten nicht viel anderes von mir kam 😉 Da haue ich doch Ende November wieder ganz besonders gerne in die Tasten!
      Liebste Grüße, Lisa

  2. Liebe Lisa,
    toller Beitrag, der mich wirklich berührt hat! Sehr authentisch und wunderschön geschrieben! Vielen lieben Dank, dass ich ein kleiner Teil davon bin 🙂
    :-* Manu

    • Hui, danke dir! 🙂 Das ist ein sehr schönes Kompliment. Und: Sehr sehr gerne! Liebste Grüße!

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