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Sechs von Zwölf: Das Monthly Sum Up im Juni

That was a tough one. Der Juni hatte es in sich, vor allem in Sachen Veränderungen. Ihr habt es in den letzten Wochen mitbekommen, bei mir war privat viel los, vieles, wofür hier nicht der richtige Ort ist, aber auch anderes, was ich gerne mit euch teilen möchte.

Progress is impossible without change, and those who cannot change their minds
cannot change anything.

George Bernard Shaw

…und weil das so ist, habe ich mich entschieden, meine Jobsituation zu verändern. Nach sechs Jahren freier Mitarbeit habe ich zum Ende dieses Monats also aufgehört, bei creading und uberding als Social Media Managerin und Autorin zu arbeiten. Es war ein langer, spannender Weg mit Aufs und Abs, ich habe viel gelernt und Großartiges erlebt, hatte tolle Kunden und bin dankbar für viele Erfahrungen – aber jetzt auch froh, mich freigeschwommen zu haben. Manchmal bleibt man ein paar Minuten zu lange in einem Zustand, weil es so bequem ist, weil ja eigentlich alles läuft, und verpasst fast den Moment, zu gehen. Diesmal nicht.
Meine Lieblingsartikel bei uberding findet ihr zusammengefasst übrigens hier.

Wie es weitergeht? Wird die Zeit zeigen. Es gibt mehrere Optionen, die mich alle fröhlich anlachen, aber erstmal will ich mir den Sommer schenken. Ich habe seit dem Abitur konstant gearbeitet, ein Jahr Vollzeit-Fliegen, dann vier Jahre Studium mit Teilzeit-Fliegen, seitdem Fliegen und Social Media parallel – es wird mal Zeit für eine kleine Pause. Drei Monate nur gelegentliches Fliegen, ein paar Lehrgänge und Weiterbildungen vielleicht, ansonsten viel Zeit fürs Schwimmbad, für Inspiration und fürs Neu-Ordnen.

Was die Zeit schon gebracht hat im Juni: Eine neue Wohnung. Ein Schritt, der mir nicht leicht gefallen ist; manchmal muss die Vernunft siegen, damit bald wieder das Herz und der Bauch regieren dürfen (und dazu auch noch in der Lage sind). Aber jetzt sitze ich hier, noch ein paar Kisten in der Ecke, noch keine Bilder an den Wänden, ein anderer Blick aus dem Fenster als noch vor einer Woche – und nehme die Veränderung an. Wie so ein Yogi. Es klappt so ganz okay.

The Highs of June

Auch wenn ich es Anfang des Monats nicht für möglich gehalten hätte, gab es da dann doch einige, und manchmal wirkt es ja fast therapeutisch, sich an diese zu erinnern.

Da gab es dieses völlig unerwartete Gespräch mit einer vorher völlig fremden Kollegin beim Post-Flight-Weinchen in Madrid, die so viele wahre, wichtige Sachen sagte, mir meinen Blick und den Kopf ein bisschen zurecht rückte, die mich auffing nach zwei höllischen Tagen und es irgendwie schaffte, mich wieder auf die richtige Spur zu bringen. Ich rede normalerweise selten mit Kollegen über mein Privatleben und hatte es auch an diesem Nachmittag nicht vor, aber bin so, so froh es doch getan zu haben. Ihr so dankbar für ihr Ohr und ihre Worte.

Da gab es die 24 Stunden in New York mit meinem Boy Tom, der seit zwei Monaten (oder sind es 32 Jahre?!) in Amerika weilt und mit dem ich fast wie selbstverständlich durch Williamsburg schlenderte, kurz beim gehypten Smorgasburg Food Market vorbei schaute und der mir den großartigen Bulletin Store in der 145 Wythe Avenue zeigte, wo ich mir die ersten Dekoobjekte für meine neue Wohnung kaufte. So als Zeichen und so. Ein Muss für alle Feministinnen und solche, die es noch werden wollen!

Da gab es die gute Freundin, die über Jahre kaum Teil meines Lebens war, es seit meiner Rückkehr nach Darmstadt wieder ein bisschen mehr geworden ist und im Juni spontan für zwei Wochen bei mir einzog. Mit mir morgens Sport machte, mittags am Rechner saß und abends Wein trank. Und ohne viele Worte verstand. Bei der ich völlig aus dem Zusammenhang gerissen das Titellied von Frozen (beziehungsweise die paar Zeilen, die ich kenne) aus vollem Herzen schreien konnte, und die immer noch verstand. Fügung. Und mir nun näher als je zuvor.

Und da gab es natürlich viele schöne Momente im Stall, tolle Abenteuer wie die Tour durch die Darmstädter Katakomben, die ich schon immer mal machen wollte, viele Tage am See, das Peruvian Dinner im Sheraton und ein paar wenige einfach gute Tage. Und vergangenen Freitag endlich endlich den Beschluss zur Ehe für Alle, der mich so richtig glücklich macht!

The Lows of June

Nun, so ein Umzug ist einfach zum Kotzen. Die ganzen Umstände sowieso, aber wer macht das schon gerne, Kisten packen, Sprinter mieten, Sprinter fahren, Kisten in den dritten Stock schleppen, Keller ausräumen und all den Shit. Ziemlich unnötig. Umso dankbarer bin ich für die irre fleißigen Helfer, die mitgemacht haben. Ihr seid der Knaller!

Was auch nervte diesen Monat: Wie viel dann doch liegen blieb über die letzten Wochen. Say Steuer, say Emails, say Pläneschmieden. Ich hatte so viel vor für diesen Sommer, und jetzt ist alles eher optional und ich denke mir, hauptsächlich um mich zu beruhigen, dass was klappen soll wird schon klappen. Let it go.

Worth Reading

Ich habe diesen Monat mal wieder ein bisschen mehr gelesen und geklickt – das waren meine liebsten Fundstücke:

  • Die Fotografin Carolin Weinkopf hat mich schon des öfteren mit ihren Bildern beeindruckt. Den vergangenen Mai hat sie auf Island verbracht – und uns 17 Dinge mitgebracht, die sie dabei gelernt hat. Mal was anderes als diese typischen „Travel… be free… don’t listen to guidebooks…“ Empfehlungen und – natürlich – hinterlegt mit tollen Fotografien. KLICK!
  • Ich habe mich schon vor einer ganzen Weile in den Reiseblog Itchy Feet der Mainzerin Sarah verknallt – sie hat eine ganz arg schöne Bildsprache und spielt ungezwungen aber trotzdem herrlich mit Worten, fängt Momente stimmungsvoll ein, wie zum Beispiel in diesem Bericht über einen Roadtrip durch die Anden. Zuletzt hat sie mir mit einem Rezept für ein Indisches Linsendal mit Kochbananen das Wasser im Mund zusammen laufen lassen und endlich mal wieder Lust auf Kochen gemacht – ich weiß schon, was ich  am Montag erstmal einkaufen muss… KLICK!
  • Bei unserem Spaziergang durch Williamsburg letzte Woche kamen wir mehr oder weniger zufällig an diesem Mural in der Whythe Street vorbei, vor dem ich unbedingt stehen bleiben musste. Erst zurück in Deutschland schaute ich mir das Instagram Profil der Künstlerin Violet Clair an – und bin seitdem schockverliebt! KLICK!

  • Diesen Artikel habe ich richtig gerne gelesen und auch an zwei meiner liebsten Freundinnen weitergeleitet: Das Dilemma modeinteressierter Karrierefrauen. Bester Satz? „Der Vorwurf des Oberflächlichen offenbart die Oberflächlichkeit des Vorwerfenden, nicht die eigene.“
  • Und ein bisschen stolz bin ich auch: Ich durfte mit meinen liebsten Tipps für Bruneck und meinen Bildern aus diesem Artikel eine Doppelseite zum Spotted by Locals Magazin der Agentur zukunvt beisteuern! Gibt es als Print, kann man aber auch online lesen: KLICK!

Podcast Power

Da ich in den letzten Wochen häufig Probleme hatte, mein Gedankenkarrussel abzustellen und einzuschlafen, habe ich mir angewöhnt mit Hörbüchern oder Podcasts ins Bett zu gehen. Und davon gibt es einige Gute!

Schon seit einer Weile lausche ich auf Empfehlung einer guten Freunden Jakob und Max bei ihren Ausführungen über die Liebe, Frauen und das mit den Beziehungen im Podcast Beste Freundinnen. Sehr zu empfehlen!

Genauso viel Spaß macht der Podcast Sexvergnügen mit Ines Anioli und Leila Lowfire – ohne falsche Scham und herrlich ehrlich.

Natürlich darf hier der Twentysomething Podcast meiner Freundin Lina nicht fehlen, die ihre geliebten Kolumnen vorliest und damit macht, dass ich mich ihr trotz der vielen Kilometer beim Zuhören ganz nahe fühle.

Und weil wir schon dabei sind: Die Janes machen jetzt auch in Podcast! Freut mich besonders, weil ich Nike und Sarah grundsympathisch finde und sie in der ersten Folge direkt mal über die Ursprünge reden, die nach all den Jahren ganz in Vergessenheit geraten sind…

Song of the Month

Spotify spielt mir gerade vor allem beim Laufen (ich bin großer Fan der Running Funktion, bei der die App das eigene Lauftempo misst und passende Tracks in die Playlist wirft) immer wieder längst vergessene Highlights zu. Letzten Monat war das vor allem Destiny’s Child Survivor, das mich tatsächlich und so witzig es ist auf den harten Metern immer wieder pusht 😉 diesen Monat war es ein Song, der zu kalten, verregneten Läufen durch den Matsch passt…

Anticipation Game: Vorfreude auf den Juli

Mein neues Bett, das Anfang der Woche kommen soll. Die letzten Kisten auspacken. Heimisch werden. Ein Kurztrip in die Normandie, weitere 24 Stunden in New York, endlich wieder San Francisco. Eine Reunion mit den Herzmenschen aus Mainz in Berlin und Sachsen. Dazwischen Seetage und Grillabende. Und natürlich das Bedroomdisco Open Air mit Spaceman Spiff, Hannah Epperson & Chapter 5.

Ansonsten lautet mein Mantra auf Repeat, auch im kommenden Monat: Weitermachen. Durchhalten. Loslassen. Akzeptieren. Und:

The secret of change is to focus all of your energy not on fighting the past, but on building the new.

Socrates

6 Kommentare

  1. Liebe Lisa,

    auch wenn ich deinen Blog bisher immer still verfolgt habe, dachte ich, das wäre mal ein guter Moment, um dir zu sagen, dass ich deine Beiträge unheimlich gerne lese. Ich mag den Themenmix auf deinem Blog, deine Gabe, Situationen und Eindrücke so zu schildern, als wäre man als Leser dabei, und deine Lesetipps in den Monthly Sum Ups, durch die ich schon einiges Tolles entdeckt habe.

    Ich wünsch dir alles Gute beim „Ankommen“ in der neuen Wohnung und beim Gestalten deiner neuen Zukunft!

    Viele Grüße,
    Kirsten

    • Lisa sagt

      Vielen Dank, liebe Kirsten! Wie du dir sicher vorstellen kannst bedeuten mir deine Worte sehr viel und ich freue mich sehr über deinen Kommentar – gerade aktuell tut das sehr gut! Beste Grüße zurück!

  2. Petra sagt

    Puh. Intensiv. Alles Gute. Lese zwischen den Zeilen, kenne dich ja nicht wirklich, aber fühle dich gedrückt.
    Petra

  3. Katharina sagt

    Liebe Lisa,
    vielen Dank für die tollen Lese- und Podcast-Tipps! Habe gleich mal im Itchy Feet-Blog geschmökert und sehr begeistert den Post zum Mainzer Umland entdeckt – ein Teil meiner Rhein-Heimat, den ich unbedingt auch erkunden möchte. Und die Texel-Serie hat mich gleich zurück in die Kindheit katapultiert, schließlich haben wir hier mit der Familie zehn Jahre lang schöne Urlaube erlebt. Merci also für dieses Blog-Goldstück.

    Wünsche dir ganz viel Zuversicht fürs Pläneschmieden. Die Sache mit dem Gedankenkarusell kenne ich zu gut. Auch wenn man es nicht komplett ausschalten kann, so mag ich doch besonders gern die letzte Strophe aus dem Gedicht „Das Rezept“ von Mascha Kaléko, die zumindest ein bisschen Tempo aus meinem Karussell herausnimmt:

    Zerreiß deine Pläne. Sei klug
    und halte dich an Wunder.
    Sie sind schon lange verzeichnet
    im großen Plan.
    Jage die Ängste fort
    und die Angst vor den Ängsten.

    • Lisa sagt

      <3 Vielen, vielen Dank für deinen lieben, wohltuenden Kommentar, Katharina! Das Gedicht ist wunderschön und ich versuche, mich daran zu halten. Fühl dich geherzt!
      Ich freue mich auch, dass dir Itchy Feet und die anderen Tipps genauso gut gefallen wie mir :)

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