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Exploring Point Reyes, California: Das Point Reyes Lighthouse

„Ist alles, was wir sehen oder scheinen
Nichts als ein Traum im Traum?“

Mit diesem Zitat von Edgar Allan Poe beginnt ein Klassiker der Horrorfilmgeschichte – John Carpenters The Fog. Und tatsächlich liegt das Point Reyes Lighthouse, wo das Original 1980 und auch das Remake 2005 gedreht wurden, einen guten Teil des Jahres im Nebel. Ich scheine tendenziell aber zur Kategorie „You always take the weather with you“ zu gehören, und so hatten wir auf unserem Trip durch Point Reyes – der letzten Endes natürlich auch zum Leuchtturm führen sollte – strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Perfekte Sicht, keine Geister aus dem Nebel.

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Das Point Reyes Lighthouse

Point Reyes zählt zu den Orten mit den extremsten Wetterbedingungen und ist erklärtermaßen der windigste Ort der nordamerikanischen Pazifikküste. Winde von 60 km/h, mehr als 2000 Stunden Nebel pro Jahr – nicht gerade einladend, stattdessen tödlich: Der Nebel, der einst sogar über eine Woche lang angehalten haben soll, hat viele Seefahrer ihr Leben gekostet, allein in der zehnjährigen Periode zwischen dem Beschluss zum Bau eines Leuchtturms und dessen Umsetzung sanken 14 Schiffe nahe Point Reyes. Insgesamt sollen es um die 60 gewesen sein, dieses ist nur eines davon. Das Lighthouse wurde schließlich auf einem 180 Meter hohen Felsplateau gerade unterhalb der Hochnebelzone erbaut – wofür das ursprünglich zu hohe Kap extra mit Dynamit gesprengt wurde. 1870 ging der Leuchtturm endlich in Betrieb – und sendete von da an alle fünf Sekunden ein Leuchtsignal aufs Meer hinaus, das den Seefahrern bei der Orientierung half.

Der Leuchtturm machte seitdem einiges mit: Beim großen Erdbeben von 1906 wurde die komplette Point Reyes Halbinsel mehrere Meter nach Norden verschoben – der Leuchtturm kam völlig unbeschadet davon, nur die Linse des Signalfeuers musste zurück in ihre Fassung gesetzt werden. 1938 wurde der Leuchtturm elektrifiziert, und im Sommer 75 auf ganz und gar unbemannten Betrieb umgestellt.

Besucher können sich seit 1977 nun in einem Museum im Leuchtturm über das Leben der Leuchtturmwärter informieren, die im Point Reyes Lighthouse zu viert wohnten und tätig waren – und bekommen speziell bei aufziehendem Nebel bestimmt eine eindrucksvolle Idee davon, wie einsam und hart das Leben dieser Männer hier gewesen sein muss. Glücklich, wer sich The Fog erst nach dem Besuch anschaut.

Das Point Reyes Lighthouse liegt am westlichsten Punkt von Point Reyes und ist nicht zu verfehlen. Besucher parken am ausgeschilderten Parkplatz und laufen von dort gute 500 Meter bis zu den Wohnhäusern der Leuchtturmwärter. Von dort geht es 308 Stufen hinab bis zum Leuchtturm. Schon der Weg dorthin bietet tolle Aussichten – ab Ende Dezember bis Mitte April lassen sich vom Observation Desk auch Grauwale beobachten! Mehr Informationen über die Geschichte des Point Reyes Lighthouse findet ihr auch hier.

Point Reyes Lighthouse
Lighthouse Visitor Center Fr-Mo, 10-16:30
Zugang zum Leuchtturm selbst nur Fr-Mo 10-16:30, je nach Wetter
Zugang zum Lens Room nur Fr-Mo von 14:30 bis 16 Uhr
Das Visitor Center sowie die Treppen zum Leuchtturm sind Dienstag bis Donnerstag geschlossen!

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  1. Pingback: Outfit: Playing Lighthouse Keeper in my glitter shoes – Helle Flecken

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