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Once in a lifetime (or hopefully not): Paragliden in Saalbach-Hinterglemm

Obwohl wir alle wissen, dass sich die besten Dinge gerade beim Reisen meist spontan ergeben und ich ein leidenschaftlicher Verfechter des planlosen Herumtingelns bin: Irgendwo im Hinterkopf hat doch jeder so seine Bucket List. Sei es die Safari in Südafrika, das Sabbat-Jahr in Südostasien oder der Motorradführerschein, wir Menschen lieben es, uns Ziele und Wünsche zu setzen und zu erfüllen. Dabei hat der Begriff Bucket List in den letzten Jahren einen ziemlich negativen Beigeschmack bekommen – klingt er doch ganz furchtbar nach „abhaken“, und damit nach dem Gegenteil des zugrunde liegenden Prinzips Lebensträume erfüllen. Schade eigentlich, denn ich liebe die Idee der Bucket List!

Das Witzige am Reisen ist dabei, wie ich immer wieder feststelle: Je länger man unterwegs ist und je mehr man erlebt, je mehr Menschen man trifft und von ihren Abenteuern hört, desto länger wird diese Liste. Mit jedem Häkchen sind im Laufe der Zeit mindestens drei neue Punkte hinzugekommen, und meine vor knapp drei Jahren veröffentlichte Liste ist längst veraltet. Ein Punkt, der immer schon darauf stand: Paragliding. Neben Bungee- und Fallschirmspringen zählt das für mich zu drei der herausforderndsten Punkte auf der Liste, denn egal wie oft ich das mit dem Fliegen im Alltag mache – ohne eine Metallröhre um mich rum ist das doch nochmal eine ganz andere Sache.

Story Base 2017 Paragliding Saalberg_6

Jetzt wurde der Traum war: Paragliden in Saalbach Hinterglemm

 

Ich hatte ja schon erwähnt, dass das Programm während der Story Base 2017 sensationell war. Ich konnte einige meiner lang gehegten Winter-Träume erfüllen (Langlauf lernen, Pferdeschlitten fahren, Schneeschuhwandern… aber zu all dem bald mehr) und lief die gesamte Woche lang mit einem breiten Grinsen durch die Gegend, weil noch dazu auch die Schneeverhältnisse hervorragend und die Pisten verhältnismäßig leer waren. Aber das hier, das war definitiv mein absolutes Highlight.

Ich muss dazu vielleicht sagen: So relaxed, angstbefreit und wagemutig ich immer wieder bin, ich bin doch auch ein kleiner Kontrollfreak. Loslassen und jemand anderen einfach machen lassen – das fällt mir wahnsinnig schwer. Das hat weniger mit Angst zu tun, ich übernehme nur einfach gerne und oft die Verantwortung für alles, was um mich herum passiert, und dann einfach so jemand anderem mein Leben anzuvertrauen… das ringt mir schon einiges ab. Doch natürlich habe ich mich überwunden, dann ist das hier passiert, und ich wurde einmal mehr dafür belohnt, loszulassen.

Ich traf mich also am Montag der Story Base Woche bei absolutem Paradewetter mit meinem Gleitschirmpilot Florian Hasenauer an der Talstation des Zwölferkogels in Hinterglemm und wusste ziemlich schnell, dass das passen würde mit ihm und mir: Ein grundentspannter Typ mit offener Lebenseinstellung, Charme und der perfekten Mischung aus Humor und Empathie, aber auch Seriosität und Verantwortungsbewusstsein. Jemand, mit dem man gleichzeitig rumalbern, aber auch absolutes Vertrauen genießen kann. Genau der Richtige also, um mich mit ihm vom Berg zu stürzen!

Nachdem er die Wetterbedingungen gecheckt und den ersten Sprung mit meiner Story Base Kollegin Britta gewagt hatte, war ich an der Reihe. Vom Westgipfel des Schattbergs hinab ins Glemmtal sollte es gehen. Und während ich noch dabei war, mich emotional auf die Sache mit dem Verantwortung abgeben einzustellen, hatte mir Flo plötzlich schon das Gurtzeug angelegt und den Gleitschirm ausgebreitet. Jetzt noch den Helm aufsetzen – und es konnte losgehen. Und my oh my, wenn das nicht eines der schönsten Gefühle der Welt war!

Ich habe die Alpen ja nun wirklich schon oft von oben gesehen. Aber was ich da heute erlebt habe hat alles gesprengt. Das Gefühl, das man während dem Paragliden hat, ist kaum in Worte zu fassen, das einzige was mir einfällt ist: Schweben.

…schrieb ich wenig später auf Facebook. Und für viel mehr fehlen mir auch heute noch die Worte. Deshalb lasse ich die Bilder sprechen – und sage all denen, die noch unentschlossen sind: Macht es! Und wenn ihr könnt, macht es mit Flo.

Alles, was ihr über Paragliden in Saalbach Hinterglemm bei Fly’n Soul wissen müsst:

  • Treffpunkt ist der Fly’n Soul Spot direkt unter der Talstation der Zwölferkogelbahn. Dort entscheidet euer Pilot, von welchem Berg ihr springen werdet: Zwölferkogel, Schattberg oder Kohlmais. Gemeinsam geht es rauf auf den Berg und während der Gondelfahrt weist euch euer Pilot schonmal grob ein, ihr könnt ein bisschen schnacken und Vertrauen aufbauen. Der Flug selbst dauert 15 bis 20 Minuten, alles in allem solltet ihr eine gute Stunde für dieses Abenteuer einplanen.
  • Beim Tandemsprung müsst ihr euch absolut auf euren Piloten verlassen. Könnt ihr aber auch: Die Ausrüstung wird fachmännisch angelegt und mehrmals kontrolliert, bevor es losgeht; mit so viel Empathie wie möglich und so viel Erklärung wie nötig geht in die Luft und auf einmal passiert alles (gefühlt) wie von allein.
  • Während dem Flug könnt ihr euch problemlos mit eurem Piloten unterhalten, ihm Fragen stellen oder auch einfach mal laut schreien. Es ist erstaunlich leise da oben, und der Flug an sich wahnsinnig ruhig – Schweben ist wirklich das richtige Wort dafür.
  • Wer etwas abenteuerlicher unterwegs ist kann seinen Pilot auch bitten, mal ein paar wildere Turns einzubauen – das werde ich beim nächsten Mal definitiv machen!

Story Base_

  • Die Landung war für mich immer das größte Rätsel beim Gleitschirmfliegen, und tatsächlich habe ich sie auch ziemlich verkackt! 😉 Das Gefühl, plötzlich wieder Boden unter den Füßen und hinter-über sich diesen riesigen Schirm zu haben, hat mich irgendwie dazu gebracht mich möglichst schnell in den Schnee setzen zu wollen. Macht aber nichts, passieren kann nicht viel! Und man kann es natürlich auch anders machen als ich und einfach den Anweisungen des Piloten folgen.
  • Kosten: 150 Euro pro Flug, wobei das Ticket für die Fahrt mit der Gondel auf den Berg extra gezahlt werden muss. Ich finde das einen richtig guten Preis wenn man bedenkt, dass Foto- und Videoaufnahmen inklusive sind.
  • Körperliche Voraussetzungen: Wer Gleitschirm fliegen will muss mindestens vier Jahre alt sein und 30 Kilogramm wiegen. Mit mehr als 120 Kilo wird es schwierig, und unter 16 braucht man eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern.
  • Buchen: Hier! Fly’n Soul, Dorfstraße 208, 5754 Hinterglemm, +43 660 7355200

Vielen Dank für diese unvergesslichen zwanzig Minuten, Flo! Und vielen Dank always and forever an den Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn für die Einladung ins home of lässig! Die Bilder am Boden hat Daniel Roos gemacht.

3 Kommentare

  1. Gesa sagt

    Das klingt tatsächlich ganz großartig 😀 Und die Bilder sind einfach der Hammer! Kaierwetter! Von den Turns beim nächsten Mal rate ich dir allerdings wirklich ab, mir war danach ganz schlecht hehe

  2. Pingback: Q&A aka 20 Facts about me: Übers Bloggen, Abenteuer und Wunschlisten | Helle Flecken

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