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Der perfekte Tag in Point Reyes, California: Sum up of a road trip

Ihr habt schon eine ganze Menge Eindrücke aus Point Reyes bekommen – aber ich will es mir nicht nehmen lassen noch einmal in Erinnerung zu schwelgen und euch außerdem alle Informationen zusammentragen die ihr braucht, wenn ihr selbst mal einen Day Trip dorthin unternehmen wollt. Was ich unbedingt empfehlen würde – der Ausflug nach Point Reyes war eines der schönsten Layover, die ich in acht Jahren Fliegerei hatte, das kann ich ganz grade heraus sagen. Daher von mir die absolute Empfehlung für alle, die sich in San Francisco schon genug ausgetobt haben (geht das überhaupt?) oder sich überzeugen wollen, dass Cali noch so ganz anders kann als Big Sur: Ab nach Point Reyes!

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Mit dem Mietwagen durch Point Reyes: Autofahren in Amerika

Für diesen Ausflug braucht ihr definitiv einen Mietwagen. In San Francisco gibt es diverse Autovermieter, ich habe in den Vergangenheit meist bei Hertz die günstigsten Angebote bekommen – hier kommt es aber immer auf Mietzeitraum und ein bisschen Glück an. Da also immer individuell recherchieren! Allgemein ist das Automieten in Amerika ein bisschen günstiger als bei uns. Für zwei Tage sollte man mit gut 100$ rechnen, hinzu kommen gegebenenfalls Versicherungen & Co. Ich lebe dabei immer ein bisschen am Limit, aber will euch nicht zu falschem Geiz anstacheln. Fakt: Der Sprit ist hier so günstig, dass man über ein bisschen mehr Geld für ein größeres Fahrzeug oder eine Versicherung mehr nachdenken kann.

So gut wie alle Autos in Amerika haben ein Automatikgetriebe. Im ersten Moment ist das definitiv etwas ungewohnt – mein Tipp für den Anfang: Den linken Fuß wirklich ganz aktiv an der Seite abstellen, den braucht ihr nicht mehr. Ihr nutzt den rechten Fuß um mit dem rechten Pedal Gas zu geben, mit dem linken zu bremsen. Alternativ denkt ihr euch ein GoKart und könnt natürlich auch mit zwei Füßen fahren, dann aber mit links sanft bleiben, meist bremst man sonst viel zu hart!

Links bremsen, rechts Gas geben – und was bedeuten nun die Buchstaben auf dem Schaltknauf?

Am Anfang denkt man wirklich, man steht im Wald – eigentlich ist aber alles ganz einfach. Wir sind immerhin in Amerika 😉 Unsere wichtigste Einstellung ist mit D abgekürzt und steht für Drive. Achtung: In dieser Stellung fährt das Auto auch, wenn ihr kein Gas gebt, langsam vorwärts! Das N steht für Neutral, den Leerlauf, in dem man zwar lenken, aber nicht Gas geben kann. R ist der Rückwärtsgang, den man meist erst einlegen kann wenn das Auto still steht. Und P – logisch, steht für Parken. Wenn ihr irgendwann mal wieder brav die Handbremse gezogen habt und der Motor aus ist, ihr den Schlüssel aber nicht ziehen könnt – dann habt ihr vermutlich vergessen, in Park zu schalten. Klingt kompliziert, ist es aber nicht: Nach zehn Minuten habt ihr euch daran gewöhnt, wirklich!

Welche Verkehrsregeln gibt es in Amerika?

Der amerikanische Verkehr unterscheidet sich nur in ein paar wichtigen Punkten von unserem. Der wichtigste Punkt sind die 4-way-stop Kreuzungen. Hier blinkt entweder über der Kreuzung eine Ampel rot, oder an jeder Fahrbahn steht ein Stop-Schild. Hier gilt statt unserem Rechts-vor-links-Prinzip die first come, first drive-Regel: Wer zuerst an der Kreuzung angekommen ist, darf fahren. Eine weitere Besonderheit ist der turn on red: Fast überall darf man auch wenn die Ampel auf rot steht rechts abbiegen. Was bei uns nur an wenigen Ampeln durch einen grünen Pfeil gekennzeichnet ist, ist hier Standard und wird nur in Einzelfällen durch das Schild No turn on red ausgesetzt.

Hat man diese Punkte einmal verinnerlicht fährt es sich in den USA herrlich gemütlich, selbst der nervige Verkehr in Großstädten wie San Francisco oder L.A. lässt sich hier gut aushalten. Aber auf unserer Route bekommen wir davon nichts zu spüren: Hat man einmal die Golden Gate Bridge hinter sich gelassen begegnen einem nach und nach immer weniger Autos!

Nach Point Reyes kommt ihr von San Francisco aus in etwa einer Stunde. Ihr fahrt über die Golden Gate Bridge aus der Stadt und lasst Sausalito rechts liegen. Bei Manzanita wechselt ihr auf den Highway 1 und fahrt dann Richtung Westen, bis ihr in Muir Beach angekommen seid. Von hier aus wird es nur noch schöner und ihr folgt dem Highway einfach, bis ihr nicht mehr wollt 😉 Ihr kommt dann bald schon an unserem letzten Highlight, Stinson Beach vorbei. Mein Tipp: Nutzt das Lookout kurz vorher für einen ersten grandiosen Blick, aber fahrt dann weiter bis Point Reyes Station. Stinson Beach ist nachmittags und am frühen Abend noch viel schöner als morgens!

Frühstück bei Toby’s Food Barn in Point Reyes Station

Habt ihr es einmal bis Point Reyes geschafft wird euer Magen laut knurren! Gut, dass Toby’s Feed Barn mit der Coffee Bar schon so früh aufmacht. Hier gibt es richtig guten Kaffee und unbeschreiblich leckeres Gebäck. Ich habe hier mehr von Toby’s Feed Barn erzählt. Abgesehen von der gemütlichen Scheune ist Point Reyes eine Art 100-Seelen-Dorf. Es gibt eine feine kleine Bäckerei, einen heimeligen Supermarkt und ein paar andere süße Lädchen, aber viel hält uns hier nicht: Wir haben ja auch noch viel vor!

Durch Watt waten am Schiffswrack in Inverness

Das Schiffswrack von Inverness ist eines von vielen Schiffen, die vor Point Reyes wegen Nebel auf Grund gelaufen sind, und wurde von seinem Besitzer dann auf eine Sandbank im Becken der Tomales Bay gezogen. Seitdem rottet das Fischerboot vor sich hin – und ist zu einer der top Fotolocations in Point Reyes geworden! Tatsächlich sieht es einfach nur malerisch aus und entschädigt für die dreckigen Schuhe, die man sich selbst an einem trockenen und sonnigen Tag wie diesen holt. Ihr findet das Boot, wenn ihr Point Reyes auf dem Sir Francis Drake Blvd. verlasst direkt vor der Ortseinfahrt nach Inverness auf der rechten Seite hinter dem kleinen Supermarkt. Mehr Bilder die dort entstanden sind seht ihr hier.

Photoshoot im Cypress Tree Tunnel

Ich kann schlecht von Highlights sprechen, wenn es um diesen Tag in Point Reyes geht – aber der Cypress Tree Tunnel ist schon ein ganz besonderes Fleckchen Erde. Wenn ihr Inverness verlasst biegt ihr nach links ab und folgt dem Sir Francis Drake Blvd., um hierher zu kommen. Die genaue Wegbeschreibung und noch mehr Eindrücke vom Tree Tunnel habe ich hier gepostet, das Outfit aus dem Bild hier oben zeige ich euch in den kommenden Woche genauer!

Den Kopf leer wehen lassen am Point Reyes Lichthouse

Fans der Nordsee werden es hier lieben: Der Wind am Point Reyes Lighthouse in unerbittlich. Selbst an solch einem selten sonnigen Tag wie unserem hat es hier wortwörtlich Hüte und Tücher von Köpfen geweht, meine Augen tränten und direkt nach diesen Bildern schlüpfte ich schneller wieder in Mantel und Mütze als Claudia, Michaela und Nicole bis drei gezählt hatten. Wer den Post zum Leuchtturm noch nicht gelesen hat und sich wundert, wieso ihm der Anblick bekommt vorkommt: Das Point Reyes Lighthouse war Hauptdrehort von The Fog – Nebel des Grauens!

Sonnenuntergang am Stinson Beach

Stinson Beach hatte ich schon vor einer guten Weile gemeinsam mit anderen befreundeten Kollegen besucht, und die Stimmung hätte unterschiedlicher nicht sein können. Als wir am späten Nachmittag, als die Sonne sich langsam ins Meer zu senken begann, am Strand ankamen bekamen wir alle vier das Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht. Der langgezogene Strand mit dem auffällig hellen Sand ist einfach ein Idyll und nur selten, zumeist am Wochenende, überlaufen. Das Wasser wird für Frostbeulen wie mich zwar wohl immer zu kalt zum Schwimmen bleiben (selbst im Sommer hat das Wasser hier selten mehr als 15 Grad), aber für lange Spaziergänge ist der Strand genau das richtige.

Der Parkplatz direkt am Strand öffnet um 9 Uhr morgens und schließt bei Einbruch der Dunkelheit. Wer nach dem Sonnenuntergang noch ein gemütliches Dinner genießen will, sollte sein Auto also vorher lieber umparken! Noch besser: Im Laufe des Tages in einem Supermarkt ein paar Kleinigkeiten, einen Container Wein (ab 21 ist der Genuss von Alkohol erlaubt, allerdings nicht aus Glasflaschen!) und etwas Obst einkaufen und ein Picknick am Strand bei Sonnenuntergang genießen. Boy, what a day!

Man kann Point Reyes übrigens auch gut als Tagesausflug von San Francisco aus erkunden. Für uns kam das nicht infrage, weil wir vermutlich auf der Hälfte der Strecke eingeschlafen wären – wer Jetlag und Zeitverschiebung aber schon hinter sich gebracht hat kann definitiv früh morgens in San Francisco starten und nach dem Abendessen in einem der Restaurants rund um Stinson Beach zurück in die Stadt fahren. Allerdings verpasst er dann eventuell auch Mr. Coyote und Ms. Deer, die uns in den frühen Morgenstunden am Straßenrand begegnet waren.
Wer es wie wir gemütlicher angehen will gönnt sich daher eine oder zwei Nächte in dem wohl romantischsten, abgeschiedensten Hostel der Welt.

Das perfekte Domizil: Das HI Point Reyes Hostel

Alles über das HI Point Reyes Hostel habe ich euch hier schon berichtet – nachhaltiger und kostengünstiger geht es hier vermutlich nicht. Klar handelt es sich hierbei nicht um eine Sterne-Unterkunft, aber ich habe selten nicht mehr so tief geschlafen – was sicherlich auch daran liegt, dass es hier keinerlei Handynetz gibt.

So oder so noch ein Hinweis für den Rückweg in die Stadt: Die Toll für die Überquerung der Golden Gate Bridge in südlicher Richtung wird seit einiger Zeit automatisch erhoben! Um teure Bearbeitungsgebühren eurer Autovermietung zu verhindern, solltet ihr die Maut, die bei der Rückfahrt erhoben wird, innerhalb von 48 Stunden selbst zahlen. Alle Infos dazu findet ihr hier.

Falls ihr auch schonmal in Point Reyes wart oder ich euch mit meiner großen Verknalltheit angesteckt habe und ihr unseren Trip nachgereist seid, lasst es mich unbedingt in den Kommentaren wissen!

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