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24 Stunden in Tel Aviv: Verliebt in die Weiße Stadt, die niemals schläft

Gestern war ich bei YOU FM zu Besuch, um im Rahmen ihrer Trendjetter Kampagne über Tel Aviv zu sprechen – eine der Städte, die ich in 8 Jahren Fliegerei am häufigsten besucht habe, die mich am meisten in ihren Bann gezogen hat. Sie hat mich völlig unerwartet getroffen damals, als ich zum ersten Mal da war, und mich dann nicht mehr losgelassen. Tel Aviv ist ein Sammelsurium an Persönlichkeiten und Klängen, Gerüchen und Eindrücken. Im Interview, aus dem ihr in den nächsten Tagen immer wieder Ausschnitte auf YOU FM hören könnt, habe ich die Stadt daher nicht umsonst mit Hermine Grangers unendlicher Handtasche verglichen: Jedes Mal wenn man denkt, jetzt hat man aber alles gesehen, stößt man plötzlich doch noch auf eine unbekannte, überraschende Ecke.

Und während ich gestern so von Tel Aviv sprach fiel mir auf, dass ich euch noch gar nicht von meinem letzten Besuch in der weißen Stadt erzählt habe. Die Gelegenheit habe ich genutzt, und all meine Tipps für die YOU FM Hörer auch direkt für euch aufgeschrieben:

24 Stunden in Tel Aviv – again and again!

Als wir am Ben Gurion Flughafen landen, bin ich müde. Es ist spät, der Tag im Flieger war lang und meine Füße wollen einfach nur wenn schon nicht massiert, dann wenigstens auf der Balustrade meines Hotelbalkons abgelegt werden und sich nicht mehr bewegen müssen. Aber nichts da: Es ist Samstag in Tel Aviv, der Shabat hat mit Sonnenuntergang geendet und wir wollen das berühmt-berüchtigte Nachtleben der Stadt erkunden, die angeblich niemals schläft.

Feiern in Tel Aviv: Immer eine gute Idee

Und es ist Fakt: Selbst, als wir nach der ein oder anderen Bar und dem ein oder anderen Club längst auf dem Heimweg sind, stoßen wir noch auf einen Kellerclub in dem es jetzt erst richtig loszugehen scheint. Nur noch ein bisschen tanzen! denken wir uns, bevor wir kurz vor Sonnenaufgang müde in unsere Betten fallen.

Einige Stunden später, es ist nach 11 als wir uns in der Hotellobby nahe dem Hafen im Norden der Stadt treffen, starten wir also verkatert und etwas übernächtigt in den Tag. Erstes Ziel: Frühstück! Tel Aviv ist ein breakfast paradise, zu jeder Tages- und Nachtzeit kann man hier frühstücken, meine Katermedizin Schakschuka (pochierte Eier in pikanter Tomatensauce) und einen frischen Saft gibt es rund um die Uhr. Wir kehren im Lala Land direkt an der Strandpromenade ein und gewöhnen uns ans Tageslicht.

Einmal wieder bei Kräften tun wir, was ich immer tun muss, wenn ich in Tel Aviv bin: Einen großen Strandspaziergang. Mehrere Kilometer lang zieht sich der Strand von Tel Aviv, wird zwischendurch felsig, und lotst auf direktem Wege vom Hafen bis zur Altstadt. Old Jaffa. Aber eins nach dem anderen.

Beaching Around Tel Aviv: Der Banana Beach

An heißen Sommertagen findet man mich in Tel Aviv meist am Banana Beach. Es gibt unzählige verschiedene Strandabschnitte in dieser Stadt, dieser hier ist mir der liebste, auch, weil ich von hier aus den Surfern zuschauen kann. Eine Surfschule bietet hier auch Anfängerkurse an, wer es also schon immer mal ausprobieren wollte: Raus auf die (zugegebenermaßen überschaubaren) Wellen! Aber auch an Land lässt es sich hier herrlich aushalten, entspannen, Menschen gucken (der beste Zeitvertreib in Tel Aviv!) und genießen.

Am südlichen Ende von Banana Beach stoßen wir dann auf die Ruine, die ich schon unzählige Male vom Hotelzimmer aus gesehen habe. Heute steht das große Eisentor offen und wir spazieren unbedarft hindurch. Dahinter erwartet uns, was wir auch schon vom Strand aus hätten erkennen können: Eine so hohe Dichte an Graffitis, Murals und Stencils, dass ich gar nicht weiß wohin ich zuerst gucken soll.

Streetart in Tel Aviv: Graffitis und Paste Ups ohne Ende

Streetart ist in Tel Aviv ohnehin ein allgegenwärtiges Thema, aber hier kann man die verschiedenen Künstler und Stile in so hoher Konzentration finden, dass einem fast schwindelig wird. Wir klettern auf die Mole hinaus und betrachten das Gesamtbild aus einiger Entfernung; eine Kunstgalerie mit modernen Hochhäusern und Baustellen als Kulisse.

Lunch Break auf dem Carmel Market – treiben lassen und alles probieren!

Wer nicht wie wir erst um kurz vor 12 gefrühstückt hat, bekommt spätestens an dieser Stelle Hunger. Gut, dass der Carmel Market nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt liegt: Auf Höhe der Hassan Bek Moschee biegt man auf die Yosef Levi ein, überquert den Kreisel und steht dann fast schon mitten im Geschehen. Buntes Treiben, Obst und Gemüse, frisch gepresste Säfte und Streetfood zwischen Putzeimern und Kinderkleidung – hier muss man sich einfach von der Menge treiben lassen.

Wem der Markt zu trubelig ist, der findet überall in der Stadt unzählige Coffeeshops, Snackbuden und Eckläden, wo ein Falafel-Sandwich oder etwas Hummus immer drin sein sollte. Aber dann: Weiter in den Süden, in die Altstadt!

Old Jaffa: Altstadt mit Aussicht

Auf dem Hügel im Süden der Stadt befindet sich das schon seit der Antike bestehende Hafenstädtchen Old Jaffa, der ursprüngliche Stadtkern, aus dem sich seit 1909 die Großstadt Tel Aviv entwickelt hat. Jaffa ist mit seinem bekannten Flohmarkt und den hübschen Gässchen mittlerweile ein echter Touristenmagnet, ich schaue trotzdem immer wieder gern vorbei. Von einem Spaziergang durch Old Jaffa habe ich euch hier schon erzählt.

Diesmal sind wir zu spät dran für Flohmarkt & Co – aber genau richtig für den atemberaubenden  Sonnenuntergang, der die gesamte Stadt in goldenes Licht taucht. Noch einmal tief Tel Avivs Luft einatmen, noch einmal den frischen Fisch zum Abendessen genießen, dann Abschied nehmen. Aber nicht für lange.

Und sonst so in Tel Aviv?

  • Ihren Spitznamen „Weiße Stadt“ erhielt Tel Aviv nicht ohne Grund: In den 1930ern flüchteten auch viele jüdische Architekten aus Europa nach Israel. Viele von ihnen brachten den Bauhaus-Stil mit – und machten Tel Aviv zur Stadt mit der weltweit höchsten Dichte an Bauhaus-Gebäuden. Die hellen Fassaden sind nur ein Kennzeichen des Bauhaus, bei den Touristeninfos liegen Stadtpläne mit markierten Häusern aus.
  • In Tel Aviv gibt es zahlreiche sehenswerte Museen – das Tel Aviv Museum of Art und das Palmach-Museum gehören dazu. Mich hat bisher vor allem der Helena Rubinstein Pavilion for Contemporary Art beeindruckt.
  • Noch mehr Streetart, vor allem aber auch spannende Galerien, schöne Cafés und hippe Modeläden findet man in hippen Vierteln wie Neve Tzedek und Florentin oder auf der Sheinkin Street. Dort findet ihr auch einige meiner Lieblingsplätze für Foodies, die ich euch hier aufliste.

Tel Aviv für Foodies: Cafés und Restaurants

  • In der Shabazi Street in Neve Tzedek findet ihr zahlreiche Food Stops. Meine Favoriten sind für ein schickes Essen das Dallal mit seinem hübschen Gärtchen, für einen lockeren Café oder ein Lunch Date das Beccafico, über das ich hier schon geschrieben habe.
  • Richtig gut Fisch essen kann man in ganz toller Atmosphäre und mit Meerblick im dafür prädestinierten Manta Ray direkt im Charles Clore Garden. Etwas günstiger und weniger fancy geht es noch ein bisschen südlicher, kurz bevor es hoch nach Jaffa geht, im Goldman. So gut!
  • Tel Aviv ist bekannt für seine Rooftop Bars. Eine schöne hat zum Beispiel das The Prince in der Nahalat Binyamin – leckere Drinks und schöne Menschen!
  • Ganz in der Nähe befindet sich auch eins meiner liebsten Cafés in Tel Aviv: Das Shpagat in der Nahalat Binyamin. Hippe Atmosphäre, guter Kaffee – und abends auch gute Drinks an der Bar!
  • Guten Kaffee gibt es auch im The Little Prince Bookstores (schöner Hinterhof) und bei Sonya (hübsches Gartencafé), beide auf der King George.
  • Weitere Empfehlungen einer lieben Kollegin, die ich noch nicht getestet habe, sind das Benedicts auf dem Rothschild Blvd (24/7 Frühstück!), ein nettes Neighbourhood Café mit gutem Essen namens Tolat Sfarim sowie das Straßencafé Ecke Rothschild/Mazeh.

3 Kommentare

  1. Hey Lisa,

    danke für den Tipp bzw. die vielen Tipps – Tel Aviv schreibe ich jetzt mal auf meine ToDo-Liste… Mal sehen wann es klappt 🙂

    Liebe Grüße
    Flo

  2. Pingback: Vier von Zwölf: Das Monthly Sum Up im April

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